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Briefe

Schlaue Mäuse
aus DER SPIEGEL 7/1974

Schlaue Mäuse

(Nr. 5/1974, SPIEGEL-Titel »Uri Gellers rätselhafte Kraft")

Jeder Mensch hat das Recht, seine Mitmenschen auf das Glatteis zu führen.

Berlin KLAUS B. BRANDT

Mein Großvater verwendete diesen Gabeltrick öfter, um mich zum Essen zu bewegen. Damals regte das nur meine Mutter auf.

Darmstadt ALEXANDER BOPP

Magier

Ich habe mir die Bilder mit den Gabeln genau angeguckt. Dabei ist mir aufgefallen, daß auf dem oberen Bild Uri Geller den Ringfinger seiner linken Hand nach unten geknickt hat. Auf diese Weise tippt er dann die zweite Gabel von rechts an, und auf dem Bild unten sieht man, wie genau diese Gabel zersprungen ist.

Köln LOTTE WEINRICH

(11 Jahre)

Uri Geller trat im September 1972 im Operettenhaus Hamburg im Rahmen unseres Programms »Die Nacht der 1000 Wunder, Olympia-Festival der Zauberkunst 1972« auf. Er zeigte damals schon die gleichen Experimente, wie er sie nun am Fernseher demonstriert hat.

Hamburg E. und V. GRABOWSKY

Operettenhaus Hamburg

Ich hatte Gelegenheit, Uri Geller im ORF in Wien persönlich zu sehen. Erst nachdem ich unter Eid (ich mußte drei Finger zum Schwur erheben) versprochen hatte, mich während der Sendung nicht vom Platz zu erheben und keinen Laut von mir zu geben, gestattete man mir, das Studio zu betreten. Neben mir saß ein österreichischer Kriminalbeamter, der darauf zu achten hatte, daß ich den Schwur befolgte. Würde mir das Thema gestellt werden, die Experimente zu zeigen, wäre ich in der Lage, diese bei entsprechender Vorbereitung und zu den in der Fernsehsendung gegebenen Bedingungen auf tricktechnischem Wege auch durchführen zu können.

Erzhausen (Hessen)

MARVELLI Theatres of Magic-Arts

Ich heiße nicht »Dociel«, sondern »Dockerill": außerdem habe ich im NDR-Programm nicht »mit Löffeln hantiert«, sondern lediglich als Schauspieler einen »magischen Blick« (etwa 1 Minute) in die Kamera geworfen.

Kiel GUNTHER DOCKERILL

Schlaue Mäuse werden auch gefangen, man muß die Falle nur öfter stellen.

Roßtal (Bayern) JOHANNES HOLZHEU

Es ist mir im Alter von zwei Jahren sowie meinen beiden Töchtern im gleichen Alter gelungen, durch geschicktes Hinwerfen Uhren für längere Jahre zu »reparieren«. Der letzte, offensichtlich reproduzierbare Versuch wurde gestern von meiner Tochter mit einer elektrischen Uhr durchgeführt.

München DR. JUVAL MANTEL

Unter ganz bestimmten werkstofflichen Gegebenheiten (Stahl, Alpaka, Silber, rostfreier Stahl) kann der Handschweiß der Versuchsperson im Direktkontakt oder aus der Gasphase heraus den sogenannten Rehbindereffekt (Erniedrigung der Werkstoff-Festigkeit durch Absorption grenzflächenaktiver Stoffe) auslösen. Die Voraussetzung für diesen, der Spannungsrißkorrosion ähnlichen Vorgang ist die Anwesenheit von sehr starken Restspannungen in relativ dünnen Wirkstoffschichten (Gabel-, Löffelhais, Spiralfeder, Blattfeder). Treffen beide Gegebenheiten zusammen, dann tritt bei geringer mechanischer Bewegung sogenannte Mikrorißbildung im Gefüge auf, und über den. transkristallinen Bruchvorgang kann ein Zerplatzen oder Verbiegen der Teile eintreten. -- Uhren (es fehlt immer die Definition für »kaputt") sind ölgelagerte Mechanismen. Der Ölfilm aus polaren Schmierstoffmolekülen kann verharzen. Werden nun derartig stillgesetzte Uhren nicht nur erwärmt (Handauflegen), sondern dringt über Diffusion sehr schnell der hochaktive, gas- bzw. dampfförmige Handschweiß ein, dann ist die Grenzflächenschmierung der Uhrteile wieder gesichert. Die Uhr läuft durch Gasphasenschmierung wieder an und kann kürzer oder länger laufen.

Gräfelfing (Bayern) DR. ING. A. BARTEL ehemaliger Leiter der Abteilung Reibung und Schmierung am Kaiser-Wilhelm-Institut für physikalische Chemie Berlin-Dahlem

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