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EUROPA Schlecht gewappnet gegen Bioterroristen

aus DER SPIEGEL 43/2001

Gegen Großangriffe von Bioterroristen ist Europa viel zu wenig gerüstet. Gesundheits- und Zivilschutz sind kaum verknüpft; ein gemeinsames Katastrophennetzwerk zur Information bei drohenden Seuchen ist zwar eingerichtet, funktioniert jedoch nur unzureichend. Zu diesem Befund kommt der Brüsseler Verbraucherkommissar David Byrne nach einem Besuch von Katastrophenleitstellen in den USA. Die Gesundheitsbehörden der EU-Mitgliedstaaten tauschen bisher beim Auftreten hoch ansteckender Krankheiten ihre Warnungen über einen E-Mail-Verteiler aus, eine Alarmbereitschaft rund um die Uhr gibt es aber nicht. »Das Netzwerk funktioniert erst dann, wenn einer morgens den Computer einschaltet«, kritisiert ein hoher Beamter der EU-Kommission. Ein Schnellwarnsystem wie bei Lebensmittelkatastrophen, bei dem über die Brüsseler Zentrale sofort alle Mitgliedsstaaten über giftige Stoffe und Risiken unterrichtet werden müssen, fehlt im Gesundheitsbereich. Außerdem mangelt es laut Byrne an Übersichten über verfügbare Impfstoffe, an Listen über Hilfszentren und an Medizinexperten, die schnell einsetzbar sind. Die Kommission will gemeinsam mit den EU-Gesundheitsministern Verbesserungen beraten.

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