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KONZERNE Schlechte Performance

aus DER SPIEGEL 4/2004

Die derzeitige Entlassungswelle im Top-Management wichtiger Bertelsmann-Tochterfirmen wirkt wie eine konzertierte Aufräumaktion zum Jahresanfang. Nachdem in der vorigen Woche der Deutschland-Chef des Plattenkonzerns BMG, Thomas Stein, sowie der Arista-Chef Antonio Reid ihre Posten verloren, will sich die Verlagstochter Gruner + Jahr nun von ihrem US-Chef Daniel Brewster trennen. Der hatte in den vergangenen Monaten neben einer juristischen Schlammschlacht mit der US-TV-Talkerin Rosie O'Donnell um das einst gemeinsame Magazin »Rosie« auch noch einräumen müssen, dass bei dem Magazin die Auflagenzahlen nach oben frisiert worden waren. Gruner + Jahr fahndet derzeit fieberhaft nach einem Nachfolger, die Auflösungsgespräche mit Brewster sollen schon in der kommenden Woche stattfinden. Hintergrund für die Entlassungswelle bei der Schwesterfirma BMG sind die frisch eingetroffenen vorläufigen Ergebnisse des Geschäftsjahres 2003. Danach erwirtschaftete der deutsche BMG-Frontmann Thomas Stein, der als Juror der RTL-Show »Deutschland sucht den Superstar« bekannt wurde, nicht zuletzt durch die schnell produzierten Hits aus dem RTL-Format zwar ein Umsatzplus von sieben Prozent auf rund eine Viertelmilliarde Euro - der Gewinn lag indes nur bei etwa acht Millionen. Diese »Mini-Rendite« sei Ergebnis einer »außerordentlich schlechten Performance«, heißt es bei der BMG. Reid hatte mit seinem Label Arista gar Verluste in Höhe von 110 Millionen Dollar produziert. International scheint es indes besser zu laufen. Nach einem guten vierten Quartal dank erfolgreicher neuer Platten von Pink, Alicia Keys und Outkast wird BMG-Vorstandschef Rolf Schmidt-Holtz einen zweistelligen Millionengewinn verkünden können.

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