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ÖSTERREICH Schlechter Anfang

aus DER SPIEGEL 4/2007

Keine zwei Wochen ist die neue Wiener Regierung im Amt, da sieht sich Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) bereits scharfen Angriffen ausgesetzt - aus den eigenen Reihen. Mindestens vier einflussreiche sozialdemokratische Länderchefs torpedieren das Koalitionsabkommen mit der konservativen ÖVP und fordern Nachverhandlungen. Gusenbauer hatte auf einige Schlüsselressorts verzichtet und ein wichtiges Wahlversprechen gebrochen: Anders als in Aussicht gestellt, hält die Große Koalition nun doch an Studiengebühren fest. Durch einen freiwilligen Sozialdienst von 60 Stunden pro Semester können sich Studierende allerdings davon befreien. Diese Art gemeinnütziger Arbeit werde in Kärnten nicht unterstützt, kündigt die sozialdemokratische Landeschefin Gaby Schaunig an. Sie verlangt die völlige Streichung der Studiengebühren. Ähnlich sehen es die Genossen in Oberösterreich, Vorarlberg und Burgenland. Aus Protest gegen den »Verrat der Sozialdemokraten« gingen vorige Woche auch Tausende Studenten auf die Straße. Die Vorsitzende der Österreichischen Hochschülerschaft, Barbara Blaha, trat aus der SPÖ aus. Um die Gemüter zu beruhigen, verfiel Gusenbauer auf ein ungewöhnliches Angebot: Er will künftig ebenfalls Sozialdienst leisten und einmal in der Woche an einer Wiener Schule Nachhilfeunterricht geben.

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