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Michael Mittermeier Schluss mit lustig

aus DER SPIEGEL 14/2021
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Dostmann / Fotostand / imago images

Der Comedian Michael Mittermeier, 54, sorgt sich um Kleinkünstler und Kabarettisten, die seit Monaten keine Auftritte machen dürfen. »Ich sehe gerade viele Kollegen zugrunde gehen«, sagt er. Bekannte Künstler wie er seien privilegiert, weil sie Rücklagen bilden konnten und noch wichtiger: ein Standing haben. »Wenn die Bühnen wieder aufgehen, wird man die Zugpferde sofort drauflassen.« All die eher unbekannten Künstler hingegen, so seine Prognose, würden sich erst mal ein halbes Jahr lang gedulden müssen. »Viele Veranstalter werden es sich einfach nicht leisten können, sie zu buchen und auftreten zu lassen. Das ist ein Effekt, der viele noch böse überraschen wird.« Mittermeier denkt bei seinem Appell auch an seinen Bruder Alfred Mittermeier, der ebenfalls als Kabarettist arbeitet. »Künstler wie mein Bruder müssen für sich damit kalkulieren, wahrscheinlich erst im Frühjahr 2022 wieder als Künstler stattfinden zu können. Das ist schon heftig.« Die Kulturpolitik müsse dringend an Konzepten für die Zeit nach der Pandemie arbeiten. Mittermeier selbst plant ab Juni eine Tour zum Jubiläum seines TV-Parodien-Programms »Zapped!«, mit dem er vor 25 Jahren bekannt wurde. Zur Not will er nur open air auftreten. »Die Idee habe ich seit drei Jahren im Kopf, die lasse ich mir von dem Virus nicht zerstören. Ich spiele, egal wo, egal wann.«

tob
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