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Schmähliches Ende

aus DER SPIEGEL 4/1995

Ake Sagren, 59, Generalleutnant und Befehlshaber der Armee Schwedens, betrauert den Verlust eines Präsents, um das ihn Pferdeliebhaber beneiden. Als im Herbst der Chef der pakistanischen Armee, Abdul Waheed Kakar, das schwedische Königreich besuchte, durfte er auch eine Vorführung der berittenen königlichen Leibwache erleben. Dabei entdeckten die beiden Armeechefs eine gemeinsame Neigung: die Pferde.

Großzügig spendierte Waheed Kakar seinem Kollegen und der Wache drei Vollblüter aus asiatischer Zucht. Die schwedischen Veterinärbehörden, nach Einfuhrbestimmungen befragt, warnten vor unbekannten Seuchen, die mit den Rössern eingeschleppt werden könnten, und verweigerten den Import. Dennoch glaubte Sagren an eine Lösung.

Um Weihnachten herum flog eine Maschine der schwedischen Luftwaffe die Pferde aus Islamabad Richtung Estland, dort sollten sie in Quarantäne und anschließend in die Stallungen der Leibwache. Doch Estland verweigerte die Aufnahme, die Pferde landeten in Stockholm und fanden trotz attestierter Gesundheit aus seuchenhygienischen Gründen ein schmähliches Ende: Sie wurden erschossen.

Die pakistanische Ministerpräsidentin Benazir Bhutto zog die Konsequenz: Den geplanten Besuch in Schweden sagte sie vorige Woche ab.

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