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Briefe

Schmiß als Erkennungsmarke
aus DER SPIEGEL 6/1976

Schmiß als Erkennungsmarke

(Nr. 4/1976, Bundeswehr: Die Teilnahme am Mensuren-Fechten haben sich Bundeswehr-Hochschüler erstritten)

Offenbar wird in den Redaktionsstuben noch immer nicht verstanden, daß die historisch überkommene Mensur eine der wenigen Gelegenheiten ist, zumindest kleine Gruppen unserer Wohlstandsjugend zu fordern und ihnen die Härte gegen sich selbst nahezubringen, die ihnen bei den kommenden Auseinandersetzungen in dieser gar nicht zimperlichen Welt wahrscheinlich eines Tages sehr nützlich sein wird.

München DR. ING. P. R. LORENZ

im Corps Suevia

Man sollte mal im Bundesverteidigungsministerium überlegen, ob es nicht sinnvoller wäre, den »Untertan« von Heinrich Mann als Pflichtlektüre für solche Offiziere einzuführen, die sich dessen noch nicht bewußt sind, daß wir mittlerweile im Jahre 1976 und nicht mehr in 1817 leben. Bliebe noch anzuführen (für solche, die dann noch immer nicht von ihren Mätzchen ablassen wollen), daß (nach § 17 Abs. 2 Wehrstrafgesetz) auch die versuchte Selbstverstümmelung strafbar ist.

Freiburg MATTHIAS STROHS

stud. jur. / Leutnant d. R.

Als ehemaliger Sanitätsdienstgrad habe ich während des Rußland-Feldzuges die Erfahrung gemacht, daß sich Leichen mit Mensur-Narben am einigermaßen intakten Schädel leichter identifizieren lassen als andere.

München LEO FABER

Sanitätsfeldwebel i. R.

Ein Offizier der Bundeswehr, der die Bestimmungsmensur als »Quatsch« ansieht, ist meiner Ansicht nach ein Sicherheitsrisiko ... Wer gesund ist und auf Mensur trotzdem nicht seinen Mann stellt, ist nicht nur für das Corps ungeeignet, sondern wird auch als Offizier sich nicht persönlich einsetzen und hei Gefahr führen können. Dem Herrn Doktor und Oberst Genschel möchte ich nur ein Beispiel von Einsatzbereitschaft eines Offiziers nennen, der sicherlich auch auf Mensur bestanden hätte: Kapitän zur See Willy Weniger, Kommandant SMS »König«, weigerte sich bei dem Ausbruch der Revolution im November 1918, die deutsche Kriegsflagge seines Schiffes wegfieren zu lassen. Er blieb neben der Flaggleine stehen, bis er von sieben Schüssen getroffen an Deck niederfiel. Nur einmal schoß er, als ein Obermatrose den Versuch machte, die Flagge herunterzureißen. Herr Doktor der Politologie und Oberst Genschel ist sicherlich der Ansicht. daß das Verhalten dieser Offiziere »Quatsch« war; ihm erscheinen die »Spielregeln der Demokratie« wichtiger als Erziehung und Einsatzbereitschaft! Wir haben es wirklich weit gebracht, wenn solche Überdemokraten zur Erziehung junger Offiziere eingesetzt werden! Wie werden sich die Russen freuen über den Geist, der in unsere Bundeswehr eingeführt wird.

Hamburg DR. RUDOLF HINTZE

Rechtsanwalt

Laßt doch die Kameraden sich Pepita-Muster in die Fresse hauen. Der »Lord« an Bord weiß dann gleich, wo an der Back die schwarzen Hammel sitzen.

Hannover GERT SCHUBERT Obergefreiter d. R.

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