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Tansania Schnee am Kilimandscharo schmilzt

aus DER SPIEGEL 42/1993

Ernest Hemingway beschrieb das Wahrzeichen Afrikas, den 5895 Meter hohen Kilimandscharo, als »weit wie die ganze Welt . . . unvorstellbar weiß in der Sonne«. Doch den Schnee am Kilimandscharo, so befürchten Umweltexperten des englischen Alpine Club, wird es bald nicht mehr geben: Die berühmte Eishaube der Berggestalt in Tansania schmilzt. Ihre Masse hat, verglichen mit der von 1972, um 95 Prozent abgenommen, mehrere Gletscher existieren schon nicht mehr. Für das Schwinden des Schneepanzers sind Umwelteinflüsse verantwortlich: Niederschläge sind in dem Massiv selten geworden, während aus den Savannen am Fuß des Bergkegels unablässig Staub aufsteigt, der die Sonnenwärme speichert und das Zurückgehen der Schneedecke beschleunigt. Die Staubteilchen stammen von Brandrodungen, mit denen die Weideflächen für Rinderherden vergrößert werden, aber auch von den Bussen und Geländewagen der Safari-Touristen. In 40 Jahren, schätzt der Kilimandscharo-Kenner John Temple, werde der erloschene Vulkan vollständig schneefrei sein - »und das ist noch eine optimistische Vorhersage«.

[Grafiktext]

_180a Kilimandscharo

[GrafiktextEnde]

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