Zur Ausgabe
Artikel 14 / 129
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

ATOMENERGIE Schneller prüfen

aus DER SPIEGEL 25/1998

Die Hamburgischen Electricitätswerke (HEW) setzen den TÜV-Nord unter Druck, um das derzeit vom Netz genommene Atomkraftwerk Brunsbüttel schnell wieder anfahren zu können. TÜV-Gutachter prüfen derzeit im Auftrag des schleswig-holsteinischen Energieministers Claus Möller (SPD) die Sicherheit neuer Speisewasserleitungen in Unfallsituationen. Zur Klärung offener Fragen schaltete der TÜV Anfang Mai zudem die Ingenieurgesellschaft Nord in Greifswald ein.

Wie aus einem Greenpeace zugespielten Vermerk hervorgeht, beschwerte sich ein HEW-Abteilungsleiter telefonisch beim TÜV über den zusätzlichen Sicherheitscheck. Damit sei der vorgesehene »Anfahrtermin gefährdet«. Der TÜV-Hauptabteilungsleiter zeigte sich einsichtig. Mitarbeiter wies er an, »intensiv und kurzfristig eine Klärung herbeizuführen«. Die HEW beruhigte er, der Sicherheitsstandard der Rohrleitungen werde »zur Zeit von uns positiv beschieden« - zu einem Zeitpunkt, als die Prüfergebnisse aus Greifswald noch nicht vorlagen.

Wann der Meiler an der Elbe wieder angefahren werden kann, bleibt dennoch unklar. Mitte vergangener Woche verkündete Energieminister Möller, nach dem vorläufigen Castor-Stopp müsse geprüft werden, ob der für den Betrieb zwingende Entsorgungsvorsorgenachweis für das Kraftwerk noch geführt werden könne.

Mehr lesen über
Zur Ausgabe
Artikel 14 / 129
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.