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MODERNES LEBEN Schneller Trinken mit Johnny Cash

aus DER SPIEGEL 3/1989

Amerikas Barbesitzer haben heimliche Bundesgenossen: Sänger, die im Stil der Country & Western-Musik (C&W) von einsamen Weidehirten in sternenklaren Nächten, treulosen Liebsten und wahren Whiskyflaschen-Freunden erzählen, steigern den Alkoholkonsum kräftig. Anthropologen der University of Minnesota und der University of Montana beobachteten Tausende regelmäßiger Kunden von C&W-Bars in den Städten Minneapolis (Minnesota) und Missoula (Montana). Fazit der drei- bis zehnjährigen Studien: Je langsamer und eintöniger der Rhythmus, je wehleidiger und trauriger der Text, desto schneller trank die Kundschaft. Wenn Elegien von C&W-Interpreten wie Hank Williams, Johnny Cash oder Willie Nelson aus Musikbox oder Radio durch die Kneipe wehten, wurde an der Theke seufzend »another beer« geordert. »Nirgendwo sonst«, befindet Trinkforscher James Schaefer von der Uni in Minneapolis, verlören Menschen gegenüber dem Alkohol »leichter ihre Selbstkontrolle und Zurückhaltung als in Bars mit C&W-Beschallung«.

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