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TELENOVELAS Schnulzenland - abgebrannt?

aus DER SPIEGEL 37/2006

Die TV-Hochzeit des Telenovela-Ikönchens Lisa Plenske mit ihrem Serienchef David markierte nicht nur den Höhepunkt des Sat.1-Erfolgsformats »Verliebt in Berlin« ("ViB") - sondern womöglich auch den des ganzen Genres. Bei der Hochzeits-Folge »Das Ja-Wort« sahen sensationelle 4,33 Millionen die Mutation der dicklichen Büromaus zur atemberaubenden Glamour-Braut. Doch seither macht sich im Schnulzenland allerorten Ernüchterung breit. Die Idee, »ViB« ohne Lisa-Darstellerin Alexandra Neldel mit Tim Sander in der Rolle ihres Halbbruders als Hauptcharakter fortzusetzen, funktioniert bislang allenfalls leidlich: In der ersten Woche ohne Lisa kehrten rund 600 000 Zuschauer der Serie den Rücken. Der Schnitt liegt nun bei deutlich schwächeren 1,7 Millionen Fans in den werberelevanten Zielgruppen. Das ist aber immer noch deutlich mehr als die neue tägliche Sat.1-Serie »Schmetterlinge im Bauch« mit Alissa Jung, deren Anhängerschaft nach einem Start mit 1,52 Millionen Neugierigen auf zuletzt etwa 0,8 Millionen schmolz. Ähnlich bitter lief es für den Marktführer RTL, der seinen Dauerbrenner »Gute Zeiten, schlechte Zeiten« seit vergangener Woche mit der neuen täglichen Eiskunstlauf-Soap »Alles was zählt« flankiert. Mit Zuschauerzahlen knapp unter der Millionenmarge und Marktanteilen um 12 Prozent (Senderschnitt zuletzt: 15,4 Prozent) können die Kölner nicht zufrieden sein. So wenig wie die ARD mit ihrer neuen Telenovela »Das Geheimnis meines Vaters«, die passenderweise im Milieu von Seifenproduzenten spielt und die vorige Woche unter fünf Prozent Marktanteil blieb.

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