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KONZERNE Schröders Rotweinrunde

aus DER SPIEGEL 28/2004

Die Pharmaindustrie verlangt von der Bundesregierung, ein für sie nachteiliges Spargesetz abzumildern. Am Dienstag dieser Woche treffen sich die Chefs von Aventis, Schering, GlaxoSmithKline und anderer international tätiger Unternehmen mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt. Bei dem - von Teilnehmern als »Bordeaux-Runde« angekündigten - Abend im Kanzleramt soll es vor allem um die Preisregulierung von Arzneimitteln gehen, die im Zuge der Gesundheitsreform eingeführt wurde. Die Pharmabosse fürchten, dass der Branche etwa 100 Millionen Euro im Jahr verloren gehen, wenn der zuständige Ausschuss von Krankenkassen und Ärzten erstmals festlegen darf, bis zu welchem Betrag die Kassen für die Kosten von patentgeschützten Medikamenten aufkommen. Ministerin Schmidt hatte bislang stets argumentiert, dass es sich bei vielen patentgeschützten Präparaten in Wahrheit um Scheininnovationen ohne zusätzlichen medizinischen Nutzen handle. Den Rotweinabend im Kanzleramt hatten die Pharmabosse im Anschluss an ein geselliges Treffen mit dem Regierungschef Mitte März in Frankreich verabredet. Auf Château Lafite, einem Nobelweingut von Baron Eric de Rothschild nahe Bordeaux, hatte Schröder vor einem kleinen Kreis von Spitzenmanagern über die Bedingungen am Wirtschaftsstandort Deutschland referiert.

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