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Schrott geliefert

aus DER SPIEGEL 26/1992

Die Minenräumaktion des deutschen Notärzte-Komitees »Cap Anamur« in Angola verzögert sich. Nach nur 183 Kilometern Fahrt liegt der Konvoi der 14 Minenräumer fest, weil die Fahrzeuge offenbar schrottreif sind. Neun der elf Panzer und Lastwagen aus dem Depot der früheren Nationalen Volksarmee in Storkow bei Berlin weisen schwere Mängel auf. Beim Spezialpanzer T-55 beispielsweise sind Drehzahlmesser und Lenkhilfe defekt, andere Fahrzeuge lassen sich nicht mehr schalten. Einer der Lkw verbrauchte auf der 183-Kilometer-Strecke 300 Liter Kraftstoff; eine Zugmaschine brannte nach einem Bremsdefekt aus. Das Bundesverteidigungsministerium hatte in einem Vertrag das Komitee verpflichtet, »das Bundeswehrmaterial fachgerecht zu behandeln und nicht zur Erzielung von Gewinnen einzusetzen«. Das Komitee mußte für den Transport der Spezialgeräte in den Hamburger Hafen und für die Verschiffung der Fahrzeuge rund 920 000 Mark bezahlen. Sein Vorsitzender Rupert Neudeck hat jetzt Bundesverteidigungsminister Volker Rühe gebeten, Ersatzmaterial mit einer Herkules-Maschine nach Angola zu fliegen.

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