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Libyen Schüsse auf Gaddafi

aus DER SPIEGEL 21/1995

Nur knapp konnte Libyens Revolutionsführer Muammar el-Gaddafi einem Anschlag entkommen. Auf den Staatschef sollen mehrere Attentäter geschossen haben, als der »Bruder Oberst« sein Quartier in Tripolis verließ. Anstifter des Komplotts ist angeblich Major Abd el-Salam Dschallud, bislang der zweite Mann im »Volksmassenstaat«. Der Jugendfreund, engster Mitstreiter Gaddafis seit dem Militärputsch 1969 gegen König Mohammed Idris el-Senussi, steht nach dem Anschlag vor wenigen Tagen unter Hausarrest; 44 Armeeoffiziere wurden bei einer Säuberungswelle verhaftet. Die Schüsse auf den Revolutionsführer sind der Höhepunkt eines Richtungskampfes: Im Gegensatz zu Gaddafi propagierte Dschallud eine »pragmatische Lösung« des arabisch-israelischen Konflikts und forderte die Einstellung der libyschen Überweisungen an friedensfeindliche Palästinensergruppen.

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