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Briefe

SCHULDGEFÜHL
aus DER SPIEGEL 23/1959

SCHULDGEFÜHL

Es ist hochinteressant, aus der Feder des Herrn Bundespräsidenten zu erfahren, daß das »Reich« eine Art Widerstands-Blatt war, das erst, nachdem es im Terror-Staat des Dritten Reichs zu Erfolg gekommen war, in die Krallen des bösen Joseph Goebbels geriet. Nicht weniger interessant ist, daß der Herr Bundespräsident von seinem Herrn Papa eine politische Erziehung »bezirklicher Art« erhielt, die offenbar an den Geschichten des Alten Testaments, an Alexander und Caesar, an dem Aufbau der Kolonial-Reiche, an der französischen und auch an der bolschewistischen Revolution vorsichtig vorbeilavierte.

Westerham (Bayern) DR. PETER KLEIST

Vor Heuss jeden schuldigen Respekt, aber die Tatsache bleibt doch auf Grund Ihrer Zitate bestehen, daß er in seiner Sünden Maienblüte der »Bewegung« literarische Hilfestellung leistete. Aus welchem Grunde, ist hier beinahe unwichtig, hätte aber nach den Buchstaben der Paragraphen zur Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts den Petenten um eine eventuelle Entschädigung gebracht. Ich bin selbst anerkannter politisch Verfolgter, war Schauspieler, und es wurde mir sogar in meinem langen Kampf um eine Entschädigung vorgehalten, ich hätte da und dort einmal in einem Stück nationalsozialistischen Gedankengutes eine Rolle verkörpert - die man mir zugeteilt hatte.

Wiesbaden ALFRED HOF

Die Versponnenheit Korffs wäre ja noch zu entschuldigen, aber darf es sich der Herr Professor Heuss so leicht machen: »Vater ist schuld«? Wer Hitlers »Mein Kampf« gelesen hatte, wußte oder, wenn er richtig lesen konnte, mußte es wissen, wie Hitler Politik machen würde. War Vater auch schuld, daß Heuss für das Ermächtigungsgesetz stimmte? - Na, dann schreibt man schön!

Oetinghausen (Herford) F. WORTMANN

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