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WELTRAUM Schuss vor den Bug

aus DER SPIEGEL 4/2007

Mit dem Abschuss des ausgedienten Wettersatelliten FY-1C demonstrierte China am vorigen Freitag, dass es im Besitz einer funktionsfähigen Anti-Satelliten-Waffe ist - und sorgte für Aufsehen weltweit. Es war der erste Test dieser Art, seit die Vereinigten Staaten vor 22 Jahren einen Satelliten zu Weltraumschrott machten. Seither gab es keine weiteren Versuche: Zu groß ist mittlerweile die internationale Abhängigkeit von weltraumgestützten Systemen - zur Wetterbeobachtung, Nachrichtenübertragung, Navigation, Spionage oder auch zur bemannten Raumfahrt. Zu groß ist überdies die Gefahr, durch Schrott im All auch die eigene Weltraumnutzung zu gefährden. Schon die Trümmer des in niedriger Umlaufbahn getroffenen FY-1C können für andere dort kreisende Satelliten zur Bedrohung werden. Nach der chinesischen Demonstration drohe nun »ein gefährliches Wettrüsten im All«, warnt der demokratische Abgeordnete im US-Kongress und Ausschussvorsitzende Edward Markey. Präsident George W. Bush müsse Verhandlungen über das Verbot von Weltraumwaffen aufnehmen. Das sehen auch viele Experten so - schon weil das im Aufbau befindliche Raketenabwehrsystem der USA ebenfalls zum Abschuss von Satelliten geeignet sein könnte. Theresa Hitchens vom privaten Center for Defense Information in Washington sieht im chinesischen Test denn auch eher einen »Schuss vor den Bug«. Amerikas bisherige Politik, ernsthafte Gespräche zu verweigern, sei »nach hinten losgegangen«.

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