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Schwarze Blutkörperchen

aus DER SPIEGEL 22/1972

So reinrassig, wie sie glauben, sind Südafrikas Weißmacher gar nicht. Ergebnis einer sechsjährigen genetischen Studie des Kapstädter Immunologen und Barnard-Mitarbeiters Dr. M. C. Botha, die eigentlich der Rhesus-Forschung diente: In den Adern der Herrenmenschen vom Kap der guten Hoffnung fließt aufgrund einstiger sexueller Freizügigkeit etwa sieben Prozent »nicht-weißes« Blut. Bothas Untersuchung, die der bisher gültigen Ein-Prozent-Theorie Copenbranders aus dem Jahr 1902 widerspricht. ergab außerdem: Die -- ebenso wie die Neger diskriminierten -- zwei Millionen Mischlinge der Apartheid-Republik haben sogar 34 Prozent weißes Blut. An der Rassentrennungs-Politik wird sich indes kaum etwas ändern. zumal selbst der US-Regierung Mut zum Fortschritt fehlt -- ihrer Ankündigung, daß bald auch ein Farbiger Amerika in Südafrika diplomatisch vertreten werde, folgte sehr bald die Einschränkung: natürlich nicht als Botschafter. denn dieser Posten bleibe auch künftig einem Weißen vorbehalten.

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