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Schwarze Listen

aus DER SPIEGEL 36/1976

Die Unionschristen wollen den Sozialdemokraten Methoden in der Personalpolitik zum Vorwurf machen, die sie selber praktizieren. In einer kleinen Anfrage möchte der parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gerhard Reddemann, von der Bundesregierung wissen, ob im Auftrag des Bundeskanzlers der einstige Vertraute von Helmut Schmidt und jetzige Ministerialdirektor im Verteidigungsministerium, Herbert Laabs, eine »Förderliste der SPD« führe, in der angeblich alle SPD-Mitglieder und Sympathisanten in den Bonner Ministerien registriert sind. Eine vergleichbare Liste gibt es freilich schon seit langem in der Bonner CDU-Zentrale, wo ein Referent Mitglieder und Anhänger der Unionsparteien in sämtlichen Ministerien verzeichnet hat. Der einstige Leiter des CDU-Auslandsbüros, Botschafter a. D. Heinrich Böx, der als allzu gesprächiger Liebhaber der AA-Spionin Helge Berger seinen Posten quittieren mußte, hatte zudem speziell über das Personal des Auswärtigen Amtes und aller deutschen Auslandsvertretungen Buch geführt. CDU/CSU-Mitglieder sind in den Listen rot unterstrichen; für reisende Unions-Funktionäre ist vermerkt, mit welchem Diplomaten sie besonders offen reden können.

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