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Schwedische Tarnkappe

aus DER SPIEGEL 15/1991

Seit dem Falklandkrieg, in dem mehrere britische Kriegsschiffe von radargesteuerten Exocet-Raketen versenkt oder beschädigt wurden, experimentierten unter anderen Briten und Amerikaner mit dem Bau von Kampfschiffen, die - ähnlich wie Stealth-Bomber - von der Funk- und Radaraufklärung des Gegners nicht geortet werden können. Am weitesten mit der Entwicklung der »unsichtbaren Schiffe« sind die Schweden. Mitte März lief auf der Marinewerft in Karlskrona der Prototyp Smyge (Schleicher) vom Stapel. Er ist eine Kombination aus Katamaran und Luftkissenboot, 30,4 Meter lang und 11,4 Meter breit, und hat eine Verdrängung von 140 Tonnen. Der völlig geschlossene, an einen Verpackungskarton erinnernde Rumpf mit Schrägflächen, die Radarstrahlen kaum reflektieren, ist aus Glasfasern gebaut und mit Kevlar verstärkt. Er ist nicht magnetisch und strahlt kaum Wärme ab. Das Testfahrzeug trägt eine 40-Millimeter-Kanone und zwei Raketen für Seeziele. Alternativ kann es mit Waffen für die U-Boot-Jagd und Geräten für Minenräumung bestückt werden. Sollte Smyge - Spitzentempo: über 40 Knoten - dennoch entdeckt werden, reagiert seine elektronische »Tarnkappe« automatisch: Blitzschnell projiziert sie auf die feindlichen Radarschirme das Konturenraster etwa eines vollbewaffneten Flugzeugträgers. Ein Gutachter der amerikanischen Flotte kommentiert: »Das ist ein Goldei.«

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