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Schweige-Kartell

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aus DER SPIEGEL 51/1987

Trierer Justizkreise decken seit Jahren einen offenkundig rechtsradikalen Staatsanwalt. Obwohl er bei diversen Feiern in Anwesenheit von Richtern und Verteidigern mehrfach verbotene Nazi-Lieder sang und auch schon mal die Hand zum Hitlergruß hob, blieb Horst Leisen, 35, zuständig für die Ahndung politischer Straftaten und bundesweit bekannt geworden als unerbittlicher Verfolger von Volkszählungsboykotteuren, von der Justiz bislang unbehelligt. Dies könnte sich bald ändern. Irmtrud Finkelgrün, Richterin am Landgericht Trier und eines der Opfer von Leisens Attacken, hat jetzt als erste das »Kartell des Schweigens« (ein Gerichtsinsider) durchbrochen. Leisen machte sich nicht nur über ihren jüdischen Namen lustig. Irmtrud Finkelgrün zum SPIEGEL: »Er sang in meiner Anwesenheit mehrfach das Horst-Wessel-Lied.«

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