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Briefe

SCHWEIZER KÄSE
aus DER SPIEGEL 31/1970

SCHWEIZER KÄSE

(Nr. 30/1070, Titel Und Mieten-Report)

Daß es auf dem Wohnungsmarkt schlimm aussieht in Hamburg, wußte man, daß die Zustände derart katastrophal sind, ist geradezu unglaublich und eine Schande.

Hamburg STEFAN LEHMANN

Hat denn die SPD wirklich nur Weichmänner?

Hildesheim HEINZ KREISER

Ich bin kein Mao-Fan, aber in dieser Beziehung hat er recht: Proletarier in Deutschland, wenn Ihr bauen wollt, vereinigt Euch!

Otterbach (Rhld.-Pf.) WOLFGANG K. LEMBACH

Mich aber wundert es, daß sich nicht schon längst die Bewohner solch mieser und teurer Wohnungen, wie in Ihrem Bericht beschrieben, zusammengerottet haben, um diese »Hunde und Ausbeuter zu erschlagen.

Karlsruhe WERNER GEORG ZIMMERMANN

Den Bodenspekulanten und Bauunternehmern kann man wegen der hohen Boden. und Baupreise keinen Vorwurf machen, denn es gehört zu ihrem Wesen, den größtmöglichen Gewinn herauszupressen, daß sich aber die Politiker von diesen Aasgeiern vergewaltigen lassen, ist eine Schande.

Hannover MANFRED SCHLEGEL

Das Teufelsrad des Mietwuchers wird sich immer schneller drehen. Bald sind wir ein Volk von Hungernden und Asozialen, nur weil der größte Teil der unterprivilegierten Schicht von Mietern angehört. Und einige wenige kassieren immer unverschämter weiter. Von den Verbrechen, die hiermit an unseren Kindern durch deren Unterdrückung verübt werden, wird ohnehin nur hinter der vorgehaltenen Hand gesprochen, weil keiner wagt, die Verantwortung zu übernehmen.

Echterdingen (Bad.-Württ.) WINFRIED GLASS

Es gibt auf der ganzen Welt nur einen Berufsstand, dem ich den wirtschaftlichen Untergang wünschen würde: den Wohnungsmaklern, mit denen wohl jeder Hamburger schon einmal seine Erfahrungen machen mußte.

Hamburg HELMUT BUTZMANN

Ihr Artikel über den Baumarkt ist eine Atombombe, die hoffentlich ihre Wellen bis Bonn schlagen läßt.

Jesteburg (Schl.-Holst.) GEORG KUNERT

Ihr »trübes Fazit« wird sicher etwas aufgehellt, wenn ich Ihnen versichere, daß die Kommunisten die gesellschaftspolitische Relevanz des Wohnens nicht nur erkannt, sondern eine Initiative ergriffen haben, die den Mietern eine Perspektive sicheren Wohnens eröffnen kann. Am 13. Juli 1970 um 11 Uhr übergab der Landesvorstand Hessen der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) im Wiesbadener Hotel »Zum Bären« der Landespressekonferenz einen »Gesetzentwurf für den Mietenstopp«. Acht Tage später erschienen in den größeren hessischen Tageszeitungen Anzeigen des DKP-Landesvorstandes Hessen mit dem Wortlaut des Gesetzentwurfes und der Aufforderung an die Leser, mit ihrer Unterschrift die Initiative der DKP zu unterstützen. Ein Hinweis im SPIEGEL könnte dem etwas Nachdruck verleihen.

Frankfurt FRIEDEMANN SCHUSTER

Pressesprecher des DKP-Landesvorstandes Hessen

Wie heißt es doch so schön im Godesberger Grundsatzprogramm der SPD: »Jeder hat ein Recht auf eine menschenwürdige Wohnung. Sie ist die Heimstätte der Familie. Sie muß deshalb auch weiterhin sozialen Schutz genießen und darf nicht nur privatem Gewinnstreben überlassen werden. Die Wohnungs-, Bau- und Bodenpolitik muß den Mangel an Wohnraum beschleunigt beheben. Der soziale Wohnungsbau ist zu fördern. Der Mietzins ist nach sozialen Gesichtspunkten zu beeinflussen. Die Bodenspekulation ist zu unterbinden, ungerechtfertigte Gewinne aus Bodenverkäufen sind abzuschöpfen.« Auf denn!

Wanne-Eickel (Nrdrh.- Westf.) WOLFGANG BEITZ

Ottos Reaktion: das kann, das darf nicht sein. Fazit: Der SPIEGEL hat gelogen

Hamburg FRIEDEMANN GRENZ

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