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Schwere Polizei-Panne

aus DER SPIEGEL 38/1992

Rechtsradikale, die bei den Krawallen in Rostock ein Vietnamesen-Wohnheim in Brand setzten, kommen wegen einer schweren Panne der Polizei möglicherweise nicht vor Gericht. Die Rostocker Staatsanwaltschaft hat Schwierigkeiten, die Täter zu ermitteln. Aus der Nacht vom 24. auf den 25. August, als ein Haus in Rostock-Lichtenhagen angezündet wurde, in dem sich mehr als 100 Vietnamesen und ein ZDF-Fernsehteam aufhielten, fehlt jegliches Bildmaterial. Der eingesetzte CamCorder des Beweissicherungs- und Dokumentationstrupps der Hamburger Bereitschaftspolizei (BeDo-Trupp) fiel nach Steinwürfen aus. Der BeDo-Trupp der Mecklenburger Bereitschaftspolizei hatte bis zum vorigen Freitag auch noch keine Filme vorgelegt. In ihrer Beweisnot lassen die Rostocker Staatsanwälte nun Fernsehaufnahmen von den Ausschreitungen beschlagnahmen. Die Staatsschutzabteilung der Rostocker Kripo sichtet seit Tagen außerdem Videos, die Anwohner während der Ausschreitungen von Balkons herab und aus der Menschenmenge heraus gedreht haben.

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