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ARD Schwierige Kür

aus DER SPIEGEL 29/2001

Im Kampf um den neuen Intendanten des Bayerischen Rundfunks taucht ein überraschender Interessent auf: der langjährige Konzernmanager Reiner Maria Gohlke, 66, einst oberster Lenker der Bahn und zuletzt Chef des Süddeutschen Verlags. »Ja, ich bin angesprochen worden«, sagt Gohlke dem SPIEGEL, »wenn es auf mich zukäme, würde ich nicht Nein sagen.« Dabei handele es sich aber um eine Übergangstätigkeit für höchstens drei Jahre. Gohlke will sich nur die entstehenden Kosten bezahlen lassen und auf das übliche Intendanten-Jahressalär von schätzungsweise 470 000 Mark sowie die daraus resultierenden üppigen Pensionszahlungen verzichten, die sich leicht auf mehrere Millionen Mark summieren könnten. Die Gohlke-Spekulation bringt zusätzliche Würze in das erbitterte Duell der Hauptkandidaten, der Direktoren Thomas Gruber (Hörfunk) und Gerhard Fuchs (Fernsehen). Dabei liegt Fuchs, erklärter Kandidat des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU), nach letzten Zählungen nur um drei Stimmen vorn. Am meisten fürchten die CSU-Strategen Enthaltungen im Rundfunkrat bei der Intendantenkür nächste Woche - dann könnte Stoibers Mann scheitern. Der betroffene Fernsehchef Fuchs selbst dementiert, dass einzelne Parteien Einfluss auf personalpolitische Entscheidungen nähmen: Solche Behauptungen »entbehren jeder Grundlage«.

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