Nach 18 Tagen auf See: Deutsche Rettungsschiffe dürfen in Malta anlegen

Foto: Chris Grodotzki/Sea-Watch.org/dpa

Dieser Beitrag wurde am 09.01.2019 auf bento.de veröffentlicht.

Die deutschen Rettungsschiffe "Sea Watch 3" und "Professor Albrecht Penck" dürfen nach 18 Tagen in Malta anlegen. Die insgesamt 49 Geflüchteten sollen auf Deutschland und sieben weitere EU-Länder verteilt werden, erklärte der maltesische Premierminister Joseph Muscat. (ZDF )

Was war passiert?

Am 22. Dezember hatte die Besatzung der "Sea Watch 3" 32 in Seenot geratene Menschen aufgenommen, eine Woche später nahm die "Professor Albrecht Penck" weitere 17 Menschen auf. Doch bislang durfen die Schiffe nicht in Europa anlegen. Malta, Italien und auch Spanien verweigerten den Migrantinnen und Migranten einen sicheren Hafen. 

Vergangene Woche durften die beiden Schiffe nach mehreren Tagen auf stürmischer See zumindest in die Gewässer von Malta einfahren. Weil sich aber nur einzelne EU-Länder dazu bereit erklärt hatten, einige der Menschen aufzunehmen, blieb es jedoch bei dieser Geste – anlegen durften die Schiffe nicht.

Dass die maltesische Regierung die Geflüchteten erst jetzt an Land gelassen hat, hat wohl auch mit Kalkül zu tun.

Premierminister Muscat hatte als Gegenleistung für das Anlegen der Schiffe gefordert, dass andere EU-Staaten auch einen Großteil der 249 Migranten aufnehmen sollten, welche maltesische Schiffe über die Weihnachtstage aufgenommen hatte.

Nun sollen neben den 49 Menschen auf den deutschen Rettungsschiffen 220 weitere Migranten auf Deutschland, Frankreich, Portugal, Irland, Rumänien, Luxemburg, die Niederlande und Italien verteilt werden.

An Bord der Schiffe hatte sich in den vergangenen Tagen die Lage dramatisch zugespitzt. Kinderärztin Stephanie Schüssele, die noch bis Freitag an Bord der "Sea Watch 3" gewesen war, berichtete in der "Frankfurter Rundschau " von großer Verzweiflung unter den Migranten. Die meisten von ihnen seien seekrank geworden und müssten sich übergeben. Aufgrund der Enge an Bord könnten sich Krankheiten zudem schnell verbreiten. 

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