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Indonesien Seewege für Kriegsschiffe

aus DER SPIEGEL 22/1996

Indonesien, der mit 17 000 Inseln größte Archipel der Welt, will den Seemächten USA und England die ungehinderte Passage durch seine Gewässer erschweren. Hintergrund ist die 1994 in Kraft getretene neue Seerechtskonvention der Uno, die im Bereich von Inselgruppen nicht mehr das Prinzip der offenen See vorsieht, sondern die Hoheitsrechte auf die Anrainer der Gewässer überträgt. Indonesien bietet drei Seerouten an, die mit Kriegsschiffen passiert werden dürfen: die Sunda-Straße zwischen Sumatra und Java, die den Weg vom Indischen Ozean in das Südchinesische Meer ermöglicht, die Lombok-Straße östlich von Bali und eine Route durch die Molukken-See, Verbindung vom Indischen Ozean in den Pazifik. Beim Benutzen dieser Wasserwege verzichtet Jakarta auf die Einhaltung von Vorschriften, die in der Seerechtskonvention enthalten sind. U-Boote zum Beispiel müßten normalerweise die Meerengen aufgetaucht und mit Flagge am Turm durchlaufen, Militärflugzeuge das Überfliegen zuvor anmelden. Eine vierte Route, die sich von der Straße von Malakka im Westen bis auf die Höhe von Timor im Osten Indonesiens erstrecken würde, will Jakarta nicht freigeben. Dort befinden sich die Offshore-Ölfelder des Landes. Unterdessen hat sich der Vorsitzende des US-Generalstabs, John Shalikashvili, persönlich in die Verhandlungen eingeschaltet.

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Von Indonesien angebotene Routen und von den USA gewünschte Durchfahrt

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