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Briefe

Sehr wohl Chefsache
aus DER SPIEGEL 47/1992

Sehr wohl Chefsache

(Nr. 44/1992, Sender: Millionen-Eklat beim Hessischen Rundfunk)

Ich vertrete die Auffassung, daß Hessen 3 sich auf die eigentliche Aufgabe eines Regionalsenders besinnen soll und nicht zum Vollprogramm mit vielen Eigenproduktionen ausgebaut wird. Derzeit belaufen sich die Kosten für Hessen 3 auf fast 25 Prozent des Gesamthaushaltes des Hessischen Rundfunks. Nachdem auch noch die Werbung in Hessen 3 mit Wirkung vom 1. Januar 1993 eingestellt werden muß (was ich sehr bedauere), kann sich der Hessische Rundfunk erst recht kein drittes Vollprogramm leisten. Die Lösung kann nur in einer Zusammenarbeit mit anderen Anstalten liegen. Sämtliche Unterlagen, die jetzt zum Bericht des Hessischen Rechnungshofes und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG geführt haben, waren dem Intendanten seit über einem Jahr bekannt. Die Bankgarantie über 300 000 Mark wurde von der Verwaltungsdirektion erteilt, nachdem der Vertrag durch die Unterhaltungsabteilung rechtsverbindlich unterschrieben war. Nicht bekannt war die Unterhaltung eines »Bankkontos X«, das von einem hierzu nicht Berechtigten, an der Finanzverwaltung vorbei, eingerichtet wurde und für das nur dieser Nichtberechtigte und der Intendant zeichnen durften. Erst als die Verwaltungsdirektion hiervon erfuhr, wurde dieses Konto aufgelöst. Ich meine, daß für solche Vorgänge in erster Linie sehr wohl der Chef eines Hauses die Verantwortung zu tragen hat. *UNTERSCHRIFT: Frankfurt/Main IGNATZ BUBIS Hessischer Rundfunk Vorsitzender des Rundfunkrats

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