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Urteil Seitensprung

aus DER SPIEGEL 37/1993

In Sachen Liebe gelten bei der Bundeswehr strenge Maßstäbe. »Das Eindringen eines Soldaten in die Ehe eines Kameraden«, so entschied das Bundesverwaltungsgericht, »erfüllt regelmäßig den Tatbestand eines Dienstvergehens.« Daran hätten auch gewandelte Moralvorstellungen nichts geändert. Die obersten Richter, die sich mit der Entscheidung eines Truppendienstgerichts befassen mußten, sahen durch das Techtelmechtel eines Offiziers mit der Ehefrau eines Soldaten die Kameradschaft verletzt. Der Zusammenhalt in der Truppe sei das »Band, das in Not und Gefahr Halt verleiht«. Verstösse dagegen lösten, so argumentierten die Richter, Spannungen und Unruhe aus. Und: »Über die Pflicht, die soldatische Kameradschaft zu wahren, kann auch die Kameradenfrau nicht verfügen« (2 WD 14/92).

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