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Briefe

SELTSAMES LICHT
aus DER SPIEGEL 8/1968

SELTSAMES LICHT

(Nr. 5/1968, Hentges)

Es soll dem Geschmacksurteil der Leser überlassen sein, über die Art und Form zu befinden, in der der SPIEGEL in seinem Bericht »Verdienst im Halbdunkel« unbeweisbaren Behauptungen eines Dritten Raum gibt, durch die das Ansehen des verstorbenen Brigadegenerals Werner Repenning verunglimpft wird. Mir bleibt nur die Feststellung, daß sich diese Veröffentlichung des SPIEGEL über General Repenning auf keine Tatsachen abstützt. 25 Jahre lang mit Herrn Repenning befreundet, teile ich die Empörung vieler über diese Methode eines deutschen Nachrichtenmagazins. Wie berechtigt diese Empörung ist, beweisen Unterlagen, die ich selbst eingesehen habe. Danach steht fest, daß General Repenning an jenem fraglichen Gründonnerstag (Tag der Ermordung des Münchner Arztes Otto Praun) zusammen mit seiner Frau In Rhöndorf seine Schwiegermutter besuchte und am Morgen darauf in Mehlem Tennis spielte. Schon aus diesem Grunde sind die Angaben des Herrn Hentges, die der SPIEGEL veröffentlichte, schlechtweg falsch. Dies ist auch dem Berichterstatter des SPIEGEL bei seinen Recherchen belegt worden. Wenn der SPIEGEL trotzdem die unbeweisbaren Behauptungen des Herrn Hentges ohne Hinweis auf die beweisbare Gegendarstellung veröffentlicht, wirft dies ein höchst seltsames

Licht auf die gern betonte journalistische Sorgfaltspflicht des SPIEGEL. Frau Repenning hat im übrigen am 3. Februar 1968 Strafantrag wegen Verunglimpfung Verstorbener gestellt. Bad Godesberg WERNER PANITZKI

Generalleutnant a. D.

* Inspekteur der Bundesluftwaffe von Oktober 1962 bis August 1966.

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