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PERSONALIEN Shirley MacLaine

aus DER SPIEGEL 24/1983

Shirley MacLaine, 49, US-Schauspielerin, hat mit ihren jetzt erschienenen Memoiren (Titel: »Out on a Limb«; etwa: In riskanter Lage) für Aufregung in der britischen Labour Party gesorgt. Die Erinnerungen der Amerikanerin beschäftigen sich ausführlich mit einem Londoner Politiker, mit dem sie Mitte der siebziger Jahre ihre »leidenschaftlichsten Stunden« teilte. Den Namen des Liebhabers gab Shirley nicht preis - im Buch heißt er schlicht »Gerry«. Immerhin plaudert die Autorin aus, Familienvater Gerry sei »ein Bär von einem Mann« gewesen, der am liebsten Mai-Tai-Cocktails geschlürft habe, bevor er in London, Paris oder New York in ihre Arme gesunken sei und am 23. Juli Geburtstag habe. Auch auf das Amt des Premierministers habe sich der damals schon in Ministerwürden befindliche Sozialist, dem an der linken Hand ein Fingerglied fehle, Hoffnung gemacht. In London, mitten in der Schlußphase des Wahlkampfes, häuften sich die Dementis prominenter Linker, auf die die eine oder andere Andeutung paßte. Russell Kerr etwa, der 1973 einmal mit Shirley in Moskau gesehen worden war, schwor: »Ich habe sie seitdem nicht mehr getroffen.« Joseph Ashton, dem ein Fingerglied fehlt, behauptete eilig, es nicht gewesen zu sein. Der inzwischen zu den Sozialdemokraten übergetretene Ex-Außenminister David Owen redet sich damit raus, »alle Fingerspitzen« zu haben und schon deshalb nicht in Frage zu kommen. Für Labour-Chef Michael Foot, der am 23. Juli Geburtstag hat, antwortete seine Frau Jill, sie glaube nicht, daß »Michael etwas mit Shirley hatte«.

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