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Briefe

Showverdächtiges Unternehmen
aus DER SPIEGEL 46/1980

Showverdächtiges Unternehmen

(Nr. 44/1980, Briefe: Lesermeinungen zum Papstbesuch)

Wer Papst Johannes Paul II. einen »publicitygeilen Typ« nennt, redet die Sprache der Gosse. Nicht Haß dürfte in unseren Herzen Platz greifen, vielmehr müßten wir uns mühen, uns derer würdig zu erweisen, die in unseren Tagen in aller Welt um ihres Christseins Verfolgung auf sich nehmen.

Ruhstorf (Bayern) HEDWIG BURGHARD

Ich möchte Ihnen meine Abscheu ausdrücken, die mich beim Lesen der gehässigen und unqualifizierbaren Zuschriften zum Papstbesuch in der Bundesrepublik ergriff, wie sie im SPIEGEL veröffentlicht wurden.

Die dort zitierten Ausdrücke sprechen jedem Anstand Hohn und sind eine Beleidigung nicht nur des Papstes selbst, sondern auch jedes gerecht denkenden Menschen, der in Johannes Paul II. die zur Zeit größte moralische Autorität sieht und verehrt.

z. Zt. Freiburg DOM TEODARDO LEITZ Bischof von Dourados (Brasilien)

Auch ich glaube (als katholischer Priester), daß der Papst bei seinem Besuch nur die »im Glauben stärkt«, die er im Grunde gar nicht zu stärken braucht.

Auch ich glaube, daß dieses showverdächtige Unternehmen Dialogansätze unterminiert; aber daß eine Gesellschaft, die sich beschämend wenig um Entwicklungshilfe kümmert, auf einmal flugs die »armen hungernden Kinder« auf das Tablett ihrer Kritik zaubert, ist mehr als beschämend.

Oder sollte sich tatsächlich eines der größten Wunder nach Jesu Auftreten ankündigen -- daß nämlich unsere Händler auf Alkohol, Tabak und Feuerwerk in Zukunft zum Wohl der hungernden Kinder sitzenbleiben.

Dann würde ich selber den Papst bitten, in Rom zu bleiben.

Blankenheim (Nrdrh.-Westf.) VIKAR PHILIPP CUCK

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