Zur Ausgabe
Artikel 104 / 115
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Briefe

Skandalöse Odyssee
aus DER SPIEGEL 2/1995

Skandalöse Odyssee

(Nr. 52/1994, Medizin: SPIEGEL-Gespräch mit dem Schmerzpatienten Peter Franzen über seine Irrfahrt durch Arztpraxen und Kliniken)

Wäre ich das Opfer dieser qualvollen, skandalösen Odyssee und damit der beschriebenen ärztlichen, behördlichen und ministeriellen Indolenz, befände ich mich mit Sicherheit auf dem Klagewege. Den Juristen ist der Sachverhalt längst bekannt, sie sprechen in Sachen Schmerztherapie in Deutschland ganz offen von »unterlassener Hilfeleistung«. *UNTERSCHRIFT: Hamburg DR. MED. D. SAYNISCH

Wenn man in Zusammenarbeit mit einer Schmerzambulanz Opiate verordnet, dann begreifen auch die Mitarbeiter der Krankenkassen - man muß sich nur einmal mit ihnen besprechen - die Notwendigkeit dieser Verordnung und tragen dies mit, denn sie wissen dann auch, daß der Kasse auf diesem Wege viele unsinnige Kosten erspart werden: Opiate sind nicht besonders teuer und nach einer Therapieplanung in einer Schmerzambulanz fallen unnötige weitere Untersuchungen weg. *UNTERSCHRIFT: Rohlstorf (Schlesw.-Holst.) CLAUS KORTH Facharzt für Allgemeinmedizin

Solange auch Ärzte nicht wahrhaben wollen, daß die häufigste Diagnose die Fehldiagnose ist, werden weiterhin viele dank ärzteüblicher Quickie-»Diagnostik« jämmerlich krepieren. *UNTERSCHRIFT: Butzbach (Hessen) GÜNTER MEISINGER

Und es gibt sie doch, die Hausärzte, die Opiate verschreiben und sich mit sonstiger Schmerztherapie auskennen! Aufgeführt zum Beispiel im »Wegweiser Schmerztherapie« vom SCHMERZtherapeutischen Kolloquium Kronberg/ Taunus oder im Schmerztherapeutenverzeichnis 1994 der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes. *UNTERSCHRIFT: Burgberg (Bayern) WERNER STEINBICHL Arzt für Allgemeinmedizin

Wie wahr. Interdisziplinäre und integrative Schmerztherapie sind mittlerweile bekannte Begriffe. Gemeint ist damit, daß Ärzte verschiedener Fachrichtungen und Psychologen zusammenarbeiten. Theoretisch klingt das gut. Praktisch machen Ärzte das, was sie immer gemacht haben, und überlassen den Psychologen das, worin sie sich unsicher fühlen oder wozu sie keine Lust haben. So führt die fehlende Gesamtsicht zu solchen Krankheitsverläufen, wie Sie ihn beschreiben. *UNTERSCHRIFT: Bad Münder DR. MED. DIETER PÜTZ

Zur Ausgabe
Artikel 104 / 115
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.