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Balkan Skipetaren beim Bund

aus DER SPIEGEL 22/1996

Rund 40 Infanteristen aus Albanien werden demnächst beim Jägerbataillon 292 in Donaueschingen einrücken. Nach mehrwöchigem Training sollen sie die deutsche Wachmannschaft am Flugplatz der kroatischen Hafenstadt Zadar verstärken; dort sind Hubschrauber für die Bosnien-Friedenstruppe Ifor stationiert. Heeresinspekteur Helmut Willmann hatte sich wegen der Sprachprobleme und wegen des unterschiedlichen Ausbildungsstands heftig gegen Albaner in seinem Balkan-Kontingent gewehrt. Erst nach »Androhung physischer Gewalt«, spotten Mitarbeiter des Bonner Verteidigungsministers Volker Rühe, habe der General nachgegeben. Rühe machte den Ifor-Einsatz der Albaner von der Zustimmung der Nato abhängig. Als er Ende März Albanien besuchte, hatte die Armeezeitung Ushtria dhe Koha (Armee und Zeit) auf ihrer Titelseite schon vorauseilend verkündet, die »Skipetaren-Armee Schulter an Schulter mit der Bundeswehr in Bosnien« sei beschlossene Sache. Tatsächlich gab die Nato erst mehrere Wochen nach Rühes Visite ihr Einverständnis.

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