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»So groß wie eine Ananas ...«

1. Fortsetzung Die Alliierten holen auf
aus DER SPIEGEL 24/1967

Unerwartete Schützenhilfe für ihren Angriff auf den Atomkern kam Deutschlands Führern und Forschern irr Jahre 1940 aus einer Jugendstil-Villa in Lichterfelde-Ost: Vom Jungfernstieg 19 des Berliner Wohnvororts, ais einem »Laboratorium für Elektronenphysik«, meldete sich ein 33jähriger Bastler.

Der junge Erfinder -- dem vier Semester Physik, Chemie und Mathematik genügt hatten, eine Reihe nennenswerter Neuerungen für Funk, Fernsehen und Elektronenoptik zu entwickeln -- hatte schnell erkannt, daß die Spaltung des Uranatomkerns durch Otto Hahn auch die Atombombe möglich machte.

Er wußte auch, mit welchen Schwierigkeiten die Physiker zu kämpfen hatten: In jener Zeit gab es noch kein Verfahren, das für den Bau einer Bombe geeignete Uran-Isotap 235 aus gewöhnlichem Uran zu extrahieren.

Nun bot der junge Mann aus Lichterfelde Rat. Er hatte auf seinem Reißbrett eine »Atomumwandlungsanlage« entworfen und berichtete darüber dem Mann, in dessen Auftrag er -- gleichsam als freischaffender Erfinder -- sein Institut unterhielt: dem Reichspostminister Dr. Wilhelm Ohnesorge. Ohnesorge war von den Ausführungen so beeindruckt, daß er zu seinem Führer eilte und Vortrag hielt.

Copyright william Kimber & Co. Ltd., London, 1967.

Doch Hitler war zu jener Zeit so sehr mit seinen »Blitzsiegen« -- die er ausschließlich mit konventionellen Waffen errang -- beschäftigt, daß er sich nicht geneigt zeigte, dem Thema Kernspaltung die Aufmerksamkeit zu widmen, die es bei seinen Gegnern genoß.

Höhnisch fertigte er den obersten Briefträger des Reiches ab: Während andere Minister sich darüber den Kopf zerbrächen, wie der Krieg zu gewinnen sei, bringe ihm nun sein Postminister die Lösung!

Ohnesorge verließ den Obersten Kriegsherrn enttäuscht, aber nicht entmutigt; er beschloß, das Projekt seines Protegés aus den reichen Mitteln der Reichspost zu unterstützen.

Deutschlands führende Akademiker betrachteten das Auftauchen des unorthodoxen Außenseiters mit Argwohn und Mißgunst:

Der gleichfalls noch jugendliche Carl-Friedrich Freiherr von Weizsäcker aus dem Dahlemer Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik begab sich nach Lichterfelde und machte dem forschen Erfinder »sehr nachdrücklich« klar, daß sowohl er als auch sein großer Kollege, der Nobelpreisträger Werner Heisenberg, überzeugt seien, eine Atombombe könne aus einem bestimmten technischen Grund nicht funktionieren.

Der Lichterfelder Laborleiter mußte ihm das glauben. Dennoch ließ er aus Ohnesorges Fonds ein Zyklotron entwickeln -- einen Vorläufer der riesigen Atomteilchenbeschleuniger« mit deren Hilfe die Physiker seither versuchen, die letzten Geheimnisse im Innern des Atomkerns zu entschlüsseln.

Heute ist der einstige Protegé der Post Renommierforscher des zweiten deutschen Staates: Für einen erfolgreich ausgeführten Sonderauftrag der Sowjet-Union bekam er den Stalin-Preis; außerdem trägt er den Nationalpreis 1. Klasse der DDR. Sein Name: Manfred Baron von Ardenne.

Wie verblüffend nahe Ardennes Vorstellungen den Erkenntnissen der erfolgreichen Amerikaner waren, zeigte sich bald nach dem Kriege, als die von den Amerikanern in ihrer Atombomben-Stadt Oak Ridge entwickelten Verfahren bekanntwurden.

1940 erforschten in Deutschland drei Gruppen Geheimnisse und Möglichkeiten der Kernspaltung:

> Experten des Heereswaffenamts unter Dr. Kurt Diebner in dem Labor Gottow auf dem Versuchsgelände Kummersdorf;

> Physiker der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft unter Heisenberg und Carl-Friedrich von Weizsäcker in Berlin-Dahlem;

> Techniker unter Baron Ardennes Anleitung in einer Lichterfelder Villa.

Im Herbst 1940 hatten die Physiker vom Kaiser-Wilhelm-Institut ihr Dahlemer »Virus-Haus« fertiggestellt, und kurz darauf gingen sie dort an die Errichtung des Uranmeilers, der zur ersten Kettenreaktion führen sollte.

Doch plötzlich kam es zur Krise: Was den deutschen Forschern 1940 bereits als Ende einer Straße erschienen war, erwies sich plötzlich nur als eine Biegung -- der Weg erstreckte sich wieder in endlose Ferne.

Im Frühjahr 1941, in dem das Reich die Luftschlacht über den britischen Inseln verlor -- und der »Stellvertreter des Führers«, Rudolf Heß, als einer der letzten Deutschen nach England flog -, mußten die Wissenschaftler unermeßliche Schwierigkeiten erkennen: Ihre Hoffnungen, das offenbar alles entscheidende Uran-Isotop 235 alsbald gewinnen zu können, erwiesen sich als verfrüht.

Im gleichen Frühjahr, in dem Deutschland sich von seinem italienischen Achsenpartner in den Balkan-Feldzug ziehen ließ -- der für die Strategie in Osteuropa so ernste Folgen haben sollte -, unterlief einem deutschen Atomforscher ein folgenschwerer Irrtum: Professor Walther Bothe, ein Physiker in Heidelberg, errechnete, daß Graphit als Bremssubstanz in einem Uranmeiler nicht geeignet sei.

Dieser Fehler, so läßt sich rückblickend feststellen, hat das gesamte Atombomben-Vorhaben der Deutschen einschneidend, wenn nicht gar entscheidend belastet.

Noch im Sommer 1940 hatte Bothe gemeldet, daß reines Graphit -- billig und ausreichend vorhanden -- sich durchaus als Bremssubstanz eignen würde. Anfang 1941, nach erneuten Messungen, schloß Bothe, daß es vermutlich doch nicht in Frage käme. Alle Versuche mit Graphit wurden eingestellt.

Knapp zwei Jahre später, Im Dezember 1942, setzte der Italo-Amerikaner Enrico Fermi in Chicago den ersten US-Reaktor in Betrieb -- mit Graphit.

Das deutsche Projekt aber hing nun von dem langsamen Tröpfeln schweren Wassers in der norwegischen Anlage der Norsk-Rydro in Vemork ab; denn in den Augen der deutschen Physiker galt nun das schwere Wasser als erfolgversprechendste Bremssubstanz für einen Atommeiler.

Bis dahin hatten die Norweger das schwere Wasser nur in kleinen Mengen produziert -- für den Bedarf wissenschaftlicher Labors. Nun aber verlangten die Deutschen plötzlich viele Tonnen der nur mit großem technischen Aufwand herstellbaren Substanz.

Im Sommer 1941, als noch immer die Schwerwasser-Lieferungen aus Norwegen nur schleppend eintrafen, machte noch einmal ein Wissenschaftler einen Vorschlag, der das Atombombenprojekt entscheidend hätte voranbringen können:

Bald nachdem Hitler das Unternehmen »Barbarossa« auslöste und die Sowjet-Union angriff, gab Fritz Houtermans aus dem Ardenne-Institut zu bedenken, man könne brauchbares Material zum Bau einer Bombe aus dem reichlich vorhandenen Uran-Isotop 238 gewinnen, wenn man das U 238 in einem Atommeiler zu leicht spaltbarem Plutonium sich umwandeln lasse (siehe Kasten Seite 82).

Doch die Diskussion über diesen Vorschlag kam nur schleppend in Gang; und während einige führende deutsche Forscher plötzlich Skrupel verspürten, wie weit sie sich überhaupt engagieren sollten, trieben die Amerikaner ihre Forschungen voran.

Noch war Amerika nicht im Krieg. Der Uran-Ausschuß der Amerikaner hatte zwar schon im Sommer 1940 ein ehrgeiziges Programm entwickelt und es unter der Leitung von Dr. Vannevar Bush koordiniert; doch selbst noch Mitte 1941 legten die großen US-Laboratorien den Nachdruck auf die Nutzung einer neuen friedlichen Energiequelle.

Bereits zu dieser Zeit mußten die Briten sich die Frage stellen, ob die Deutschen an einer Atombombe arbeiteten -- denn im Laufe des Sommers ging in London ein Telegramm aus Trondheim ein, des Inhalts, daß die Deutschen die Schwerwasser-Produktion energisch angekurbelt hätten.

Der Leiter der Norwegen-Abteilung im Geheimen Nachrichtendienst, Korvettenkapitän Eric Welsh, wurde mit dem Fall betraut, und Vertreter der Britischen Botschaft in Washington erörterten mit dem Beratungsausschuß des US-Kabinetts die Frage, ob eine Atombombe zu bauen und tatsächlich anzuwenden sei.

»Sind beispielsweise unser Premierminister und der amerikanische Präsident sowie die beiden Generalstäbe bereit«, so hieß es in einem Report, »die völlige Zerstörung Berlins und seiner Umgebung zu sanktionieren, wenn sie erführen, daß so etwas mit einem einzigen Schlage möglich sei?«

Am 27. August 1941 erhielt Winston Churchill einen sechs Seiten langen Brief seines Vertrauten und wissenschaftlichen Beraters, Professor Lindemann.

Lindemann beschrieb dem Briten-Premier einen »Supersprengstoff«, der millionenfach stärker als der konventionelle sei. Er meinte: »Daran ist viel Arbeit verwendet worden, hier und in Amerika und vermutlich auch in Deutschland; und es sieht so aus, als ob Bomben daraus hergestellt werden könnten -- sagen wir, in etwa zwei Jahren.«

Von dem notwendigen Rohstoff Uran, hieß es in dem Brief weiter. hätten die Alliierten mittlerweile große Mengen requiriert. »Die Deutschen haben weniger, aber ich fürchte, es genügt.«

»Es wäre unverzeihlich«, so schloß Churchilis Berater, »den Deutschen zu erlauben, vor uns ein Verfahren zu entwickeln, mit dessen Hilfe sie uns besiegen oder die Entscheidung noch umkehren könnten, nachdem sie bereits besiegt worden sind.«

Somit war die Entscheidung, die Atomforschung voranzutreiben, in London bereits gefallen, bevor der wissenschaftliche Beratungsausschuß des Kriegskabinetts zusammentrat.

Der Ausschuß betonte lediglich noch: Es erscheine ihm als dringlich, daß Großbritannien eine Uranbombe entwickeln müsse. Und im September 1941 kamen die Stabschefs überein: Weder Zeit noch Arbeitskräfte noch Mittel sollten gespart werden, die Bombe zu fördern.

Das britische Atomprojekt lief unter dem Decknamen »Tube Alloys Directorate« (Verwaltung für Rohrlegierungen) an, und zu seinem Chef wurde Wallace Akers berufen.

Als ersten Besucher empfingen Akers und Welsh den 37jährigen norwegischen Chemie-Professor Leif Tronstad, der zusammen mit Dr. Jomar Bruun die Schwerwasser-Anlage der Norsk-Hydro in Vemork entworfen hatte. Tronstad avancierte zum Chef einer Abteilung im norwegischen Oberkommando in London und wurde verantwortlich für Spionage und Sabotage. Drei Jahre später kam er bei einem geheimen Kommando-Auftrag in Norwegen ums Leben.

Während die Briten nunmehr die Vorarbeiten für den Bau einer Uran-Bombe energisch betrieben, kam das deutsche Uran-Vorhaben langsamer voran als erwartet.

Zur gleichen Zeit, da Hitlers Armeen auf Moskau vorrückten, reiste Heisenberg nach Kopenhagen und besuchte den dänischen Atomforscher Niels Bohr: Der deutsche Hohepriester der

* Mit Armee-Stabschef Marshall (l.) und Marine-Stabschef Stark (r.).

theoretischen Physik gedachte bei seinem Papst Absolution zu suchen.

Denn unter den deutschen Wissenschaftlern war nun eine Diskussion ausgebrochen: Ob Mitarbeit an einem Uran-Vorhaben noch sittlich zu rechtfertigen sei.

Heisenberg fragte Bohr: Hat ein Physiker das sittliche Recht, in Kriegszeiten an den Problemen einer Atombombe zu arbeiten?

Bohr antwortete mit einer Gegenfrage: Sei eine militärische Nutzung der Kernspaltung denn nach Heisenbergs Ansicht überhaupt möglich?

Heisenberg erwiderte, er habe erkannt, daß es möglich sei; und er gab eine verwegene Idee zu bedenken: Ob nicht alle Wissenschaftler der Welt übereinkommen könnten, sich der Arbeit an einer Atombombe zu enthalten? Zu Heisenbergs Bestürzung antwortete Bohr: Militärische Forschung durch Physiker sei unvermeidlich und korrekt. Offenbar wollte Bohr sich nicht auf eine Erörterung einlassen; anscheinend argwöhnte er, Heisenberg wolle mit seinem Vorschlag nur den amerikanischen Vorsprung in der Kernphysik bremsen.

So blieb Heisenbergs Besuch bei Bohr ohne Erfolg. Bohr hingegen mußte aus Heisenbergs Überlegungen schließen: Deutschland stehe bereits auf der Schwelle zur Herstellung der Uranbombe.

Höchst unterschiedliche und somit folgenschwere Entscheidungen fielen bald darauf in Washington und Berlin -- nachdem Hitler am 11. Dezember 1941 den USA den Krieg erklärt hatte:

> Die Vereinigten Staaten konzentrierten ab sofort alle Anstrengungen auf die Herstellung der Atombombe. Alle nichtmilitärischen Uran-Vorhaben wurden eingestellt. Präsident Roosevelt übernahm persönlich die Leitung eines Gremiums, das Amerikas Atomprojekt beaufsichtigen sollte.

> Die Deutschen aber beschlossen, das Uran-Vorhaben Schritt für Schritt aus der Kontrolle des Heeres zu entlassen und es dem Reichsforschungsrat unter Aufsicht des Erziehungsministeriums zu überlassen.

Beide Entscheidungen sind leicht zu erklären:

Amerikanische Forscher hatten im späten Herbst 1941 die Möglichkeit erkannt, aus einem Uranmeiler Plutonium zu gewinnen und es als atomaren Sprengstoff zu verwenden. Sofort genehmigte die US-Regierung die Errichtung einer entsprechenden Gewinnungsanlage und alle erforderlichen Mittel.

Der deutsche Ost-Feldzug war zur gleichen Zeit zum Stehen gekommen. Deutschlands Rüstungsindustrie sah sich vor großen Anforderungen. Am 3. Dezember 1941 berichtete der damalige Reichsminister für Bewaffnung und Munition, Fritz Todt, dem Führer, 60 Rüstungsfachleute hätten ihm erklärt, Deutschlands Kriegswirtschaft stehe vor dem Zusammenbruch.

Sonderzuwendungen auf einem Gebiet waren nur durch Einsparungen auf einem anderen möglich, und Hitler verordnete: Die Belange der deutschen Gesamtwirtschaft hätten sich den Notwendigkeiten der Rüstungsindustrie unterzuordnen.

In Anbetracht der Wehrersatz- und Rohstofflage -- so meinte das Heereswaffenamt -- wäre die Arbeit am Uran-Vorhaben weiterhin nur zu verantworten, »wenn Gewißheit besteht, in absehbarer Zeit eine Anwendung zu erreichen«.

Wie ernst die Engpässe in der Versorgung bereits waren, ist einem Rundschreiben an alle wissenschaftlichen Institute zu entnehmen: Zur gleichen Zeit, da die Vereinigten Staaten ihr Milliarden-Projekt ankurbelten, wurden Deutschlands Forscher gehalten, ihre Berichte mit möglichst vielen Durchschlägen zu liefern -- weil bereits Mangel an Photokopier-Material herrschte.

Die vom Heereswaffenamt schließlich gefällte Entscheidung, das Atom-Projekt wieder dem Reichsforschungsrat zu übertragen, ließ die Gelehrten an den Universitäten aufatmen: Sie waren glücklich, nun nicht mehr das Stigma tragen zu müssen, an einem Vorhaben des deutschen Heeres beteiligt zu sein.

Der Reichsforschungsrat gab das Unternehmen einfach an seine Fachsparte Physik weiter -- und somit war es zur Jahreswende 1941/42 wieder bei jenem Manne angelangt, dem es bei Kriegsbeginn, im Herbst 1939, entzogen worden war: Professor Abraham Esau. Das war deutsche Atom-Politik.

»Die von Präsident Roosevelt eingeschlagene Politik« dagegen umriß US-Kriegsminister Henry L. Stimson so: »Keine Mühe sparen, die frühestmögliche erfolgreiche Entwicklung einer Atomwaffe sicherzustellen.«

Die Gründe für diese Politik schienen ihm »einfach": »Die ursprüngliche experimentelle Atomspaltung war in Deutschland im Jahre 1938 erreicht worden, und es war bekannt, daß die Deutschen ihre Versuche fortgesetzt hatten. 1941 und 1942 mußten wir annehmen, daß sie uns voraus seien, und es war lebensnotwendig, daß sie die Atomwaffen nicht als erste an die Front brachten ...«

Stimson konnte nicht wissen, daß seine Befürchtungen unbegründet waren. Deutschland dachte damals noch nicht ernsthaft an die Atombombe. Welchen Schwierigkeiten Hitlers Kernforscher überhaupt gegenüberstanden, zeigte sich anläßlich zweier Tagungen, die Ende Februar 1942 von der Forschungsabteilung des Heereswaffenamts und dem Reichsforschungsrat des Erziehungsministeriums unter größter Geheimhaltung in Berlin veranstaltet wurden.

> Die Tagung im Harnack-Haus der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft in Dahlem war ausschließlich für Wissenschaftler gedacht; ihre Vortragsfolge bestand aus 25 ausführlichen, für Laien verwirrenden Referaten unter Titeln wie »Spaltungsquerschnitte« und »Isotopenanreicherung«.

> Die Tagung im »Haus der Deutschen Forschung« in Steglitz hingegen sollte gerade Laien, nämlich hohe und höchste Offiziere aller Waffengattungen, mit den Möglichkeiten der Spaltungsenergie vertraut machen; hier standen allgemeinverständliche Zehn-Minuten-Vorträge über »Energiegewinnung aus der Uranspaltung« und »Kernphysik als Waffe« auf dem Programm.

Am Ende der Steglitzer Tagung wollte Esau um »Beteiligung anderer Reichsressorts und der Industrie« werben.

Doch nun ereignete sich ein Versehen, das möglicherweise Weltgeschichte machte: Eine Sekretärin im Reichsforschungsrat legte den Einladungen an Göring, Himmler, Keitel und Raeder zu der populärwissenschaftlichen Tagung im Haus der Forschung irrtümlicherweise die Liste der unverständlich und somit langweilig anmutenden Vorträge für das Experten-Treffen im Harnack-Haus bei.

Prompt dankte der Reichsführer-SS dem Erziehungsminister: Lieber Parteigenosse Rusil

Da ich zu dem angegebenen Zeitpunkt nicht In Berlin sein werde, ist es mir leider nicht möglich, an der Veranstaltung teilzunehmen.

Heil Hitler! H. Himmler

Generalfeldmarschall Keitel versicherte Rust diplomatisch, welch große Bedeutung er derlei wissenschaftlichen Fragen beimesse -- und bedauerte, daß die Last seiner Verpflichtungen ihm eine Teilnahme nicht erlaube. Großadmiral Raeder versprach immerhin, einen Vertreter zu schicken.

Nicht eine Autorität des Nazi-Regimes saß im Haus der Forschung, als Professor Werner Heisenberg über »Die theoretischen Grundlagen für die Energiegewinnung aus der Uranspaltung« sprach und damit ein Meisterwerk klarer Darstellung vollbrachte.

Heisenberg führte seine minder prominenten und einflußarmen Zuhörer in die Welt der Elementarteilchen des Atomkerns und machte ihnen deutlich, daß durch Kernspaltung erzeugte Energie etwa »hundertmillionenmal« größer sei als Energie, die aus dem gleichen Brennstoff auf chemische Weise zu gewinnen ist.

Das Problem der Kettenreaktion -- die nur stattfinden kann, wenn während des Spaltungsprozesses mehr Neutronen erzeugt als aufgezehrt werden -- erläuterte er mit einem treffenden Bild:

Natürliches Uran gleiche einem Volk, dessen »Geburtenzahl« weit unter seiner »Sterbeziffer« liege und das somit zu schnellem Aussterben verurteilt sei.

Man müsse also die »Geburtenzahl erhöhen« und die »Sterbeziffer senken« -- kurzum: den Prozentsatz des spärlich vorhandenen Uran-Isotops 235 erhöhen. Könne man es gar ganz isolieren, würde auch die Sterblichkeit aufhören.

Dann, so Heisenberg am 26. Februar 1942 in Berlin-Steglitz, erhalte man einen Sprengstoff »von ganz unvorstellbarer Wirkung": Im Bruchteil einer Sekunde würde Energie von 15 Billionen Kalorien pro Tonne frei.

Freilich verwies Heisenberg auch auf die enormen Schwierigkeiten, reines U 235 zu isolieren, er wies darauf hin, daß offenbar gerade die Amerikaner dieses Projekt mit besonderer Dringlichkeit verfolgten, und erwähnte die anderen Möglichkeiten, sich die Spaltung nutzbar zu machen: den Uranmeiler mit schwerem Wasser oder die Umwandlung von schwer spaltbarem Uran 238 in leicht spaltbares Plutonium.

Während Physiker und Chemiker sich sodann zu ihrem Palaver im Harnack-Haus trafen -- das Heereswaffenamt verschickte später darüber einen 131 Seiten umfassenden Tagungsbericht -, notierte Otto Hahn, der Entdecker der Uranspaltung, sein Resümee der Veranstaltung im Haus der Forschung: »Guter Eindruck.«

Heisenberg war sicher, wenigstens Reichserziehungsminister Rust überzeugt zu haben -- durch »unerschütterliche Beweise für die Durchführbarkeit der Sache«.

Ihren Minister hatten die deutschen Forscher überzeugt, nicht aber die Befehlshaber der Waffengattungen, die zu der Tagung erst gar nicht erschienen waren.

Die deutschen Forschungen zum Bau einer Atombombe freilich waren in jenen Monaten Anfang 1942 kaum vorangekommen. Engpaß des Vorhabens war auch weiterhin der Mangel an schwerem Wasser, und von dem so kostbaren Uran-Isotop 235 waren bis dahin nur verschwindend geringe Mengen isoliert worden.

Wieder schaltete sich Manfred Baron von Ardenne mit einem Vorschlag ein: Er verschickte einen Bericht »Über einen neuen magnetischen Isotopentrenner für hohen Massentransport«, eine Anlage, an der er in seinem Labor bastelte. Aber auch dieser Vorschlag wurde nicht weiter verfolgt.

Indes wurde den Norwegern nun nachdrücklich befohlen, ihre Schwerwasser-Produktion endlich erheblich zu steigern. Und nunmehr untersuchte man auch die Möglichkeit, eine entsprechende Anlage in Deutschland zu errichten.

Dr. Herold von den Leuna-Werken der I. G. Farben in Merseburg hatte einen »durchaus tragbaren« Preis errechnet: 30 Reichspfennige für ein Gramm schweres Wasser.

Doch Leuna-Direktor Bütefisch forderte dafür einen anderen, interessanten Preis: »Das Heereswaffenamt müßte gestatten, daß ich und meine engsten Mitarbeiter über Grundzüge des ganzen Problems dieser Art von Energie-Gewinnung genauestens unterrichtet werden.«

Esau schlug ein: Die I. G. Farben sollten im Laufe des Mai über die Ziele des Vorhabens vollständig unterrichtet werden; dann würde man »baldmöglichst« an den Bau einer Versuchsanlage in Leuna gehen.

Damit begann für das deutsche Uranvorhaben der verhängnisvolle Würgegriff der I. G. Farben. Denn als zwei Jahre später die Schwerwasser-Krise über die Forscher kam, weigerte die Firma sich plötzlich, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Wie das möglich war, wird später deutlich werden. Mittlerweile war in das deutsche Atomprojekt auch die international renommierte »Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt« (Degussa) in Frankfurt eingeschaltet worden. Sie besorgte fortan das gesamte benötigte Uranmetall.

Erste Lieferungen gingen an Heisenbergs Institut in Leipzig, damit der berühmte Theoretiker endlich den ersten Uranbrenner der Welt in Gang setzte.

Noch während der Vorbereitungen, am 4. Juni 1942, wurde Heisenberg zur entscheidenden Geheimsitzung des deutschen Atom-Gremiums nach Berlin berufen: Die Mitglieder der »Uran-Gemeinschaft« sollten dem neuen

* Von den Professoren Heisenberg und Dopei angefertigte Zeichnung des in Leipzig explodierten Uranbrenners.

Reichsminister für Bewaffnung und Munition, Albert Speer, Bericht erstatten und mit ihm die Zukunft der deutschen Uranforschung erörtern.

Zwei Monate zuvor hatte Göring Order gegeben, daß alle Programme, die nur für die Nachkriegszeit Bedeutung hätten, zu unterlassen seien. Allein Albert Speer konnte entscheiden, ob irgendein Unternehmen von dieser Bestimmung ausgenommen wurde.

Sie trafen sich im Helmholtz-Hörsaal des Harnack-Hauses in Dahlem:

> Auf der einen Seite die Forscher Hahn und Heisenberg, Diebner, Harteck und Wirtz sowie der Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, Dr. Albert Vögler.

> Auf der anderen Seite Rüstungsminister Speer, sein technischer Berater Karl-Otto Saur, VW-Konstrukteur Ferdinand Porsche sowie die Militärs Leeb, Fromm, Milch und Witzell.

Man muß sich vergegenwärtigen, daß während der vorangegangenen Wochen die schweren Flächenangriffe der Royal Air Force auf deutsche Städte begonnen hatten. Lübeck und Rostock lagen bereits in Trümmern, Köln war in der Nacht zum 31. Mai von mehr als tausend britischen Bombern heimgesucht worden -- und der Generalinspekteur und Generalzeugmeister der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Erhard Milch, war begierig auf Vergeltung.

So kam Heisenberg sogleich auf die militärischen Anwendungsmöglichkeiten der Kernspaltung zu sprechen -- auf Uran 235 und auf Plutonium.

Als er sein Referat beendet hatte, ergab sich ein knapper Dialog, der allen Anwesenden lebhaft in Erinnerung geblieben ist.

Milch erkundigte sich nach der Größe einer Bombe, deren Wirkung genügen würde, eine große Stadt zu zerstören.

Heisenberg: »Etwa so groß wie eine Ananas.« Er bezog sich auf die Explosivladung und demonstrierte ihren Umfang mit den Händen.

Als er der Unruhe unter den anwesenden Militärs gewahr wurde, dämpfte er ihren Enthusiasmus: Eine solche Waffe lasse sich nicht innerhalb weniger Monate produzieren; und sollten die Amerikaner auch bald einen Uranmeiler und in frühestens zwei Jahren eine Uranbombe haben -- in Deutschland sei ihre Herstellung unter den gegebenen Umständen eine wirtschaftliche Unmöglichkeit.

»Ich war sehr glücklich«, so gestand Heisenberg sechs Jahre später in einem Brief, »daß uns jede Entscheidung abgenommen war: Die damals ausgegebenen Führerbefehle verhinderten jeden großen Einsatz für Atombomben.«

Hingegen betonte Heisenberg immer wieder, ein Reaktor sei von größter Bedeutung, sowohl für aktuelle militärische als auch für zivile Zwecke nach dem Kriege.

Die Partie, die eine Entscheidung hatte bringen sollen, endete Pan: Das Vorhaben wurde weder eingestellt noch besonders unterstützt.

Speer genehmigte den Bau eines Bunkers, der -- auf dem Gelände des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik -- den ersten großen deutschen Uranreaktor aufnehmen sollte.

Milch verließ die Konferenz offenbar unbeeindruckt und genehmigte kurz darauf die Massenfertigung einer unkomplizierten Waffe, die später als »V 1« bekanntwurde,

Am Abend nach der Konferenz speisten die beteiligten Wissenschaftler, Militärs und Politiker gemeinsam im Harnack-Haus. Heisenberg saß neben Milch, und der Physiker fragte den führenden Flieger, wie der Krieg seiner Meinung nach wohl ausgehen werde. Milch: »Wenn wir verlieren, können wir gleich alle Strychnin nehmen.«

Heisenberg bedankte sich für diesen Rat -- und meint: Von diesem Augenblick an sei er davon überzeugt gewesen, daß selbst die NS-Führer den Krieg bereits als verloren angesehen hätten.

Speer berichtete Hitler von dem Uran-Vorhaben knapp drei Wochen später. Das war Punkt 16 einer langen Tagesordnung, und der Minister notierte danach nur einen Satz: »Berichtete dem Führer kurz über die Besprechung wegen Atomspaltung und über die Unterstützung, die wir gewährt haben.«

Speers Notiz ist der einzige dokumentarische Beweis dafür, daß Hitler jemals von dem deutschen Uran-Vorhaben erfahren hat.

Am gleichen Tag, an dem Speer dem Diktator berichtete, geschah in Heisenbergs Leipziger Labor etwas Merkwürdiges: Der Meiler, den Heisenberg vor seiner Berlin-Reise gemeinsam mit Professor Döpel präpariert hatte, begann zu rumoren.

Zwanzig Tage zuvor hatten die beiden Gelehrten eine dreiviertel Tonne Uranpulver und 140 Kilogramm schweres Wasser in zwei fest miteinander verschraubte Halbkugeln aus Aluminium gefüllt und das Gerät in einen Wassertank gesenkt.

Das Experiment schien erfolgreich zu verlaufen: Zum erstenmal wurden mehr Neutronen erzeugt als aufgezehrt. Am 23. Juni 1942 hing der Meiler noch immer eingetaucht, als er plötzlich einen Strom von Blasen von sich gab.

Professor Döpel prüfte die Blasen, identifizierte sie als Wasserstoff, vermutete ein Lech in der Kugel und ließ den Reaktor aus dem Behälter hieven.

Als ein Mechaniker am frühen Nachmittag den gummigedichteten Verschlußdeckel eines Füllstutzens lockerte, zischte Luft in die Kugel.

Drei Sekunden später fauchte Gas heraus, Funken sprühten, und eine Stichflamme zerschmolz einen Teil der Aluminiumhülle.

Döpel ließ schnell das Schwerwasser abpumpen und den Meiler sogleich wieder in den Tank versenken -- in der Hoffnung, daß er sich dort abkühlen werde.

Doch die Temperatur des Reaktors stieg. Gegen Abend war er so heiß geworden, daß die Form der Kugel sich in dem bereits brodelnden Wasser ständig zu verändern schien. Plötzlich begann er zu beben, und Döpel und Heisenberg erkannten deutlich, daß er anschwoll.

Sie stürzten zur Tür und erreichten das Freie im rechten Augenblick: Eine heftige Explosion erschütterte das Labor. Brennendes Uran sprühte durch den Raum und setzte ihn in Brand.

Die Feuerwehr traf acht Minuten später ein und löschte mit Schaum. Doch der Tank gurgelte und brodelte noch zwei Tage und zwei Nächte, und von dem großen Experiment blieb nichts weiter übrig als eine Menge Uranoxydschlamm.

Heisenberg und Döpel waren unversehrt davongekommen, doch ihr Labor war lädiert, und ihr Stolz war verletzt. Was mußte ein Nobelpreisträger wie Heisenberg in dem Augenblick empfinden, da der Zugführer der Feuerwehr ihm in breitem Sächsisch die Glückwünsche seiner Männer für derlei deutliche Beweise der »Atomspaltung« aussprach?

Natürlich hatte in dem Meiler keine Atomreaktion stattgefunden -- der Vorgang war überaus simpel: Wasser war in die Uranschicht gesickert, und aus der unverhofften Mischung hatte sich hochexplosives Wasserstoffgas gebildet. Um die unangenehmen Eigenschaften des Uranpulvers künftig auszuschalten, wurde entschieden, bei weiteren Versuchen Uran nur mehr in fester Form zu benutzen -- als Gußuran.

Zehn Tonnen Gußuran und etwa fünf Tonnen schweres Wasser, so errechnete Heisenberg, müßten ausreichen, den ersten »selbsterregten« Meiler der Welt und somit die erste Kettenreaktion möglich zu machen. Noch im frühen Sommer 1942 ließ die Degussa eine erste Tonne Uran zu Platten gießen.

Ein Monat war verstrichen, seit Rüstungsminister Speer von den deutschen Kernforschern erfahren hatte, worum es ihnen ging -- ein Monat, in dessen Verlauf der gesamte Organismus der wissenschaftlichen Forschung in Deutschland verändert worden war.

Die Nationalsozialisten hatten beschlossen, die Wissenschaft für den Endsieg zu mobilisieren, und die Leitung eines neuen Reichsforschungsrates übernahm der Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches, Hermann Göring. Deutschlands Forschung sollte neu und straff geordnet werden, und 21 Minister, Offiziere und Parteifunktionäre -- aber kein einziger Gelehrter -- sollten das Vorhaben leiten.

Es war ein verspäteter Versuch; denn nicht mehr reparabel war der Schaden, den politische und rassistische Verfolgung von Akademikern angerichtet hatte.

Schon bis 1937 waren nahezu 40 Prozent aller Professoren von den Universitäten gejagt worden, und viele weitere, darunter einige der besten Physiker, hatten Deutschland verlassen, als der Antisemitismus brutale Formen annahm. Jahre später wurden auch die Naziführer dieser Lücke gewahr. Am 6. Juli 1942 lamentierte Göring im Reichsluftfahrtministerium:

»Was der Führer ablehnt, ist eine Reglementierung der Wissenschaft als solche, daß etwa nach Grundsätzen gemacht wird: Ja, dieses Produkt ist zwar sehr wertvoll, äußerst wertvoll und würde uns sehr weit bringen. Wir können es aber nicht verwerten, weil zufällig der Mann mit einer Jüdin verheiratet ist, oder weil er Halbjude ist.«

* Mit seinem Neffen Klaus Göring beim Spiel mit einer elektrischen Eisenbahn.

»Ich habe das jetzt selbst dem Führer vorgetragen«, teilte er mit und erzählte: »Wir haben jetzt einen Juden in Wien zwei Jahre lang eingespannt, einen anderen auf dem Gebiet der Photographie, weil sie die gewissen Dinge haben, die wir brauchen und die uns in diesem Augenblick absolut voranbringen würden.«

Der Reichsmarschall fand: »Es wäre ein Wahnsinn, nun hier zu sagen: Der muß weg! Das war zwar ein ganz großer Forscher, ein phantastischer Kopf, aber er hat eine Jüdin zur Frau und kann nicht auf der Hochschule sein und so weiter.« Göring: »Der Führer hat in diesem Fall auf dem Gebiet der Kunst bis zur Operette hinunter Ausnahmen zugelassen, um das zu erhalten. Um so mehr wird er die Ausnahmen dort zulassen und billigen, wo es sich um wirklich ganz große Forschungsaufgaben oder Forscher selbst handelt.«

Schließlich kam Göring auf die »geheimste der geheimen Sachen« zu sprechen, auf das »uns alle so heiß interessierende Gebiet der Atomzertrümmerung«. Es lohnt sich, seine Auslassungen über wissenschaftliche Tagungen und seine Anspielungen auf Hahns Veröffentlichungen mitzuteilen:

»Der Forscher hat zu lange individuell in dieser Richtung gelebt. Es kann einem schlecht werden, wenn man liest, ein Kongreß über diese oder jene physikalische oder chemische Sache war in New York oder London. Es war alles wunderbar, alle wußten Bescheid. Nur die, die es interessiert hätte, davon Anwendung zu machen, haben das meistens nicht erfahren. Denn erstens einmal können sie diese Blätter, die diese Forscher herausbrachten, nicht lesen; jedenfalls bin ich zu dämlich dazu. Infolgedessen haben wir, die wir an diesen Dingen interessiert waren, meistens nichts erfahren. Dafür hat aber der Kollege in England, Frankreich und Amerika ganz genau Bescheid gewußt, was der Kollege in Deutschland darüber für ein Ei ausgebrütet hat.«

Nach dieser Sitzung brütete auch Hermann Göring etwas Neues aus: Er betraute SS-Ehrenmitglied Rudolf Mentzel, Ministerialdirektor im Erziehungsministerium, mit der Leitung des Reichsforschungsrates. Mentzel wälzte die Verwaltungslast auf elf »Fachspartenleiter« ab, und die Sparte Physik landete wieder bei Professor Abraham Esau.

Da Esau sich die Finger am Uranvorhaben in dessen Anfangsstadium schon einmal verbrannt hatte, können seine Beziehungen zu den Forschern kaum herzlich gewesen sein.

Doch die größten Schwierigkeiten sollten Esau nicht aus seinem gespannten Verhältnis zu Deutschlands führenden Physikern erwachsen -- sie ergaben sich plötzlich in Skandinavien, und das war ein Verdienst der britischen Abwehr und einiger norwegischer Wissenschaftler.

IM NÄCHSTEN HEFT

Ein alliiertes Sabotagekommando zerstört die norwegische Schwerwasseranlage -- Amerika baut das Atomzentrum Oak Ridge -- Intrigen lähmen die deutsche Atomforschung

David Irving
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