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Hausmitteilung Söring / SPIEGEL-Gespräche / Republik Kongo

aus DER SPIEGEL 10/2020
Salden, Söring, Engel, Goos

Salden, Söring, Engel, Goos

Foto: Peter Hönnemann / DER SPIEGEL

Dutzende Kameras empfingen Jens Söring Mitte Dezember am Frankfurter Flughafen. Fast 30 Jahre hatte der Deutsche in amerikanischer Haft verbracht, nachdem er wegen Doppelmord an den Eltern seiner damaligen Freundin zu zweimal lebenslänglich verurteilt worden war. Söring sagt bis heute, er sei es nicht gewesen. Alle seine Wiederaufnahmeanträge wurden abgewiesen. Nun wurde er plötzlich freigelassen, allerdings nur auf Bewährung. Nicht, weil seine Unschuld erwiesen ist. Nach seiner Ankunft zog er sich zunächst ins Private zurück, traf aber nun die Redakteure Sarah Heidi Engel, Hauke Goos und Simone Salden zu einem SPIEGEL-Gespräch, das sich ebenfalls in diesem Heft findet. Die drei wollten aus dem Treffen keinen zweiten Prozess machen, sie sprachen mit Söring unter anderem darüber, wie man in einem amerikanischen Gefängnis überlebt und wie sich sein neues Leben anfühlt. »Man könnte meinen, dass jemand nach einer so langen Strafe einfach nur sein Leben genießen will«, sagt Engel, »aber er hadert damit, wie die Menschen in Deutschland über ihn denken.« zum Artikel 

Es sind ziemlich wilde Zeiten in der Bundesrepublik und auch global: Die SPD findet nicht ihren Tritt, bei der Union beginnt der Machtkampf jetzt so richtig, und in Europa steht uns der zweite Teil des Brexit-Dramas bevor. Deshalb hat der SPIEGEL mit den Akteuren gesprochen: Christoph Hickmann und Veit Medick trafen in Berlin Friedrich Merz, der nächster Vorsitzender der CDU werden will, und wenig später auch Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Konkurrent von Merz. Mit einem Politiker, der bereits an der Spitze einer Partei gestanden hat, sprachen Christiane Hoffmann und Markus Feldenkirchen: Sigmar Gabriel, bis 2017 Vorsitzender der SPD und kürzlich in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank berufen, erklärt, wie es zum Krach mit seiner Partei kam und was da jetzt schiefläuft. Ebenfalls im Heft ein Gespräch mit Michel Barnier, dem EU-Chefunterhändler, der sich bei den nun beginnenden Gesprächen über ein Freihandelsabkommen nicht vom britischen Premier Boris Johnson über den Tisch ziehen lassen will. Barnier glaubt trotzdem, dass sich auch die Europäer ändern müssen, wenn sie im Wettbewerb mit den Briten nicht manchmal den Kürzeren ziehen wollen. zum Artikel 

Fast jede Regierung behauptet, den Klimawandel stoppen zu wollen – die entscheidende Frage lautet meist: Wer zahlt für was? Nach dem Fund eines angeblich riesigen Ölfelds im zentralafrikanischen Regenwald einigte sich die Republik Kongo mit mehreren EU-Ländern darauf, dass sie 60 Millionen Euro bekommen werde, wenn sie die Umwelt in der Umgebung des Ölfelds schone. Recherchen von SPIEGEL-Redakteur Sven Becker, -Korrespondent Fritz Schaap, dem europäischen Rechercheverbund EIC und der NGO Global Witness legen nun aber nahe, dass es den Ölfund so in Wahrheit nicht gegeben hat, schlimmstenfalls existiert das Ölfeld gar nicht. Die Verkündung war wohl eine raffinierte Täuschung, mit der womöglich vor allem die Europäer abgezockt werden sollten. Verwickelt in die Affäre ist auch der Präsident des Landes, Denis Sassou-Nguesso, ein erfahrener Kleptokrat. Die Geschichte des Millionenbluffs beginnt auf hier .

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