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ZDF Sozis gegen Stolte

aus DER SPIEGEL 45/2000

In der SPD regt sich Widerstand gegen eine längere Amtszeit von ZDF-Intendant Dieter Stolte, 66. Der unionsnahe Senderchef hatte überraschend der »Welt« gesagt, er könne sich vorstellen, nach Ablauf seines Vertrages im März 2002 fünf Jahre weiterzuarbeiten: »Es macht mir Spaß, für das ZDF zu schuften.« Damit würde Stolte sein Vorbild Karl Holzamer übertreffen, der als 70-Jähriger den ZDF-Chefsessel räumte. Nach einer Bundesratssitzung kamen die SPD-Ministerpräsidenten Wolfgang Clement (Nordrhein-Westfalen) und Kurt Beck (Rheinland-Pfalz) überein, dass Stolte kaum der richtige Mann für die Zukunft des ZDF sei, heißt es in den Staatskanzleien. Es sei »unglaubwürdig, das Programm zu verjüngen, während das Management immer älter wird«, so ein Spitzenbeamter. Außerdem fühlen sich Clement und Beck, der jetzt neuer Chef der SPD-Medienkommission wird, geleimt, da der ZDF-Chef im Verwaltungsrat stets von Abschied geredet habe. Für Stolte hat der Widerstand Folgen: Ohne die SPD-Vertreter käme die für eine Wiederwahl nötige Drei-Fünftel-Mehrheit im Fernsehrat nicht zu Stande. Sprecher der beiden Länderchefs bestätigen, dass es ein Gespräch über das ZDF gegeben habe, zu Inhalten aber wollen sie nichts sagen.

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