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Briefe

SPÄTES KARSTADT
aus DER SPIEGEL 39/1968

SPÄTES KARSTADT

(Nr. 37/1968, Peter Brügge über Ministerwohnungen)

Während meines Urlaubes in Bayern habe ich bei Quark und Brot, aber gemütlich, Ihren spritzigen Bericht, wie Bonns Minister hausen, gelesen. Wirklich aufrichtiges Schmunzeln hat bei mir Ihre dezente Bemerkung über meine stilverwandten Beziehungen zu Herrn Leber ausgelöst.

Hamburg DR. KURT A. KÖRBER

Mit Interesse, zeitweiligem Vergnügen, letzten Endes aber doch mit Bedauern habe ich Peter Brügges Bericht über des deutschen Politikers Wohnkultur gelesen -- erstaunt war ich allerdings nicht. Wer täglich mit hoch- und höchstgebildeten Akademikern umgeht, in deren Wohnungen oft die denkbar niedrigste Wohnkultur herrscht, wer immer wieder erlebt, daß gebildete Leute ein Barockmöbelstück nicht von noch so primitiv nachgemachtem »späten Karstadt« unterscheiden können, der wird auch nicht erwarten, daß ausgerechnet unsere Politiker über Kenntnisse auf dem Gebiet moderner Innenarchitektur verfügen.

Das wäre ja auch alles nicht von Bedeutung (schließlich ist die Wohnung etwas Privates), wenn es nicht symptomatisch wäre. Beweist einmal ein einzelner Ludwig Erhard wirklich modernen Geschmack. so wird er ihm auf anderem Gebiet um so sicherer fehlen -- das unsterbliche Wort vom »Pinscher« Grass beweist es nur zu deutlich.

Osnabrück ALMUTH VAN DELDEN

Wollen Sie Ihr Nachrichtenmagazin jetzt auch der deutschen Hausfrau nahebringen? Wie wär"s mit einem schmackhaften »Lieblingssüppchen« der politischen Elite? »Jasmin« würde vor Neid erblassen.

Wilhelmshaven H. THOLEN

Darf ich Augsteins Wohnung mit meinem Photographen besuchen?

Beinstein (Bad.-Württ.) DR. KLAUS SCHMIDT-HIEBER

Beim Lesen Ihres Berichtes kamen mir schier die Tränen. Ach, wie leben doch unsere »armen« Minister einsam, lieblos und verstoßen in dem so kleinbürgerlichen. kontaktarmen Bonn. Wer kann es da nicht verstehen, wenn es auch »Minister-Ehemänner« freitags heim in Muttis Arme treibt.

Mittenwald HORST WAGNER

Nun warte ich voller Spannung auf den Bericht über die Wohnungen von Herrn Brügge, Herrn Köhler, Herrn Mauz und Herrn Augstein. Ganz besonders dankbar wäre ich dem SPIEGEL. wenn er an Hand von Photos klären könnte, ob Herr Augstein eine Hi-Fi-Anlage besitzt oder nur einen losen Plattenspieler

München WOLFDIETRICH RAHM

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