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Hausmitteilung Spahn-Gespräch / Gesundheitsämter / Malta / S-Magazin

aus DER SPIEGEL 13/2021
Spahn, Amann, Traufetter

Spahn, Amann, Traufetter

Foto: DER SPIEGEL

Seit Wochen recherchiert ein SPIEGEL-Team, wie das Gesundheitsministerium in der ersten Pandemiephase im Frühjahr 2020 Millionen Schutzmasken beschaffte. Einige dieser Geschäfte sind umstritten, nicht nur weil Masken völlig überteuert eingekauft wurden oder wenig taugten. Mehrfach gingen lukrative Aufträge an alte Freunde und Kontakte von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Wie kam es dazu? Als der SPIEGEL Spahn vergangene Woche abermals eine Liste mit Fragen schickte, meldete sich das Ministerium und bot ein klärendes Gespräch mit dem Minister an. Eine Stunde lang stellte Spahn sich den Fragen von Melanie Amann und Gerald Traufetter. »Spahn hat in erstaunlicher Offenheit eingeräumt, dass er sich in der Krise lieber auf seine Freunde verlassen hat als auf ihm unbekannte Anbieter«, sagt Amann. Es sei rückblickend nicht immer leicht zu beurteilen, ob dieses Vorgehen in der Krise gesunder Pragmatismus war oder ob da Privates und Dienstliches vermischt wurden. »Fest steht: Angebote von Firmen ohne Ministerkontakte fielen oft unter den Tisch.« zum Artikel 

Auch den Gesundheitsämtern spricht die Regierung eine wichtige Rolle im Kampf gegen das Coronavirus zu. Redakteur Maik Großekathöfer wollte genau wissen, wie die Ämter versuchen, das Virus zu stoppen. Zusammen mit dem Fotografen Sven Döring verbrachte er drei Tage in Thüringen: Im Kreis Saalfeld-Rudolstadt traf das Team auf einen Amtsarzt mit mehr als 100 Überstunden und auf engagierte Staatsdiener, die an mancher politischen Entscheidung verzweifeln, von dankbaren Bürgern aber auch mal Pralinen erhalten. Am letzten Tag der Recherche fiel der Coronatest eines Mitarbeiters positiv aus – jeder im Amt musste nun getestet werden, auch die SPIEGEL-Leute. Niemand hatte sich angesteckt. zum Artikel 

»El Hiblu 3«, Neufeld

»El Hiblu 3«, Neufeld

Vor zwei Jahren nahm die maltesische Polizei im Hafen von Valletta drei Teenager fest. Den Migranten wird vorgeworfen, das Frachtschiff »El Hiblu 1« in ihre Gewalt gebracht und den Kapitän genötigt zu haben, sie nach Malta zu bringen statt zurück nach Libyen. Mit ihnen an Bord des Schiffes waren mehr als 100 Geflüchtete, viele hatten in Libyen Sklaverei, Folter und Vergewaltigung erlebt. Die drei Jugendlichen wurden international bekannt als »El Hiblu 3«. Ihnen drohen lange Haftstrafen, unter anderem wegen des Vorwurfs des Terrorismus. Bewiesen ist bis heute nichts. Redakteurin Dialika Neufeld hat die drei in Malta getroffen. Erstmals erzählten sie ausführlich ihre Geschichte. Ein normales Leben zu leben fällt ihnen schwer. Jederzeit könnten sie zurück ins Gefängnis wandern. »Mit einer funktionierenden Seenotrettung und einer menschenwürdigeren EU-Migrationspolitik wäre das vermutlich alles gar nicht erst passiert«, sagt Neufeld. zum Artikel 

Dieser Ausgabe liegt das S-Magazin bei, Thema: die Sehnsucht nach Freiheit. Die Philosophin Sabine Döring beschreibt darin in einem Essay, wie wichtig es gerade in Pandemiezeiten sei, »das gute Leben eines ›zufriedenen Sokrates‹ zu führen« und sich nicht den Spaß verderben zu lassen. Wo geht das besser als in privaten Gärten, auf Balkonen und Terrassen? Auch im Heft: Schauspieler aus der Serie »Wir Kinder vom Bahnhof Zoo« präsentieren aktuelle Mode.

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