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BUNDESWEHR Sparen an allen Fronten

aus DER SPIEGEL 49/2002

Bundeswehr-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan hat Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) am Freitag vergangener Woche ein umfassendes Sparpaket vorgelegt. Das Heer soll demnach statt früher geplanter 212 nur noch 80 Kampfhubschrauber »Tiger« erhalten und - wie die Luftwaffe - die Einführung des neuen Transporthelikopters »NH90« »strecken«. Um die Betriebskosten zu senken, müssen bald weitere »Tornado«-Kampfjets stillgelegt werden. Die Luftwaffe soll veraltete »Hawk«-Flugabwehrraketen und »UH-1D«-Hubschrauber eher als geplant außer Dienst stellen, die Marine knapp ein Dutzend Schnellboote. Die Flotte wird wohl auch weniger Fregatten, Korvetten und U-Boote erhalten, als das bisherige Konzept zur Bundeswehrreform vorsah. Noch nicht entschieden hat der General über die Verkleinerung der Panzertruppe, die immer noch über 1700 »Leopard-2«-Kampfpanzer verfügt. Für die Luftwaffe will Schneiderhan statt 73 nur noch maximal 60 Großraumtransporter vom Typ A400M anschaffen. Auch die Zahl der »Meteor«- und »Iris-T«-Raketen zur Bewaffnung des Eurofighters wird beschnitten. Auf weiteren Personalabbau, Kasernenschließungen und die Kürzung des neunmonatigen Wehrdienstes möchte der General verzichten - vorerst. Es soll bei 282 000 (derzeit rund 300 000) Soldaten bleiben, so wie im Juni 2000 vom Bundeskabinett beschlossen. Wenn Struck zustimmt, wird der gerade aufgebaute Führungsstab der neu geschaffenen »Streitkräftebasis« - die unter anderem den Nachschub, die Aufklärung und Fernmelder umfasst - mit dem Stab des Generalinspekteurs zusammengelegt. Das, so der General, werde die »Effizienz der Führung« verbessern.

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