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SPECTRUM Hitler-Bilder im Lagerhaus

aus DER SPIEGEL 40/1981

Eine makabre »Kunst«-Ausstellung ist in einem Lagerhaus in Pueblo im US-Staat Colorado zu besichtigen. Seit Jahren lagern dort in einem mittlerweile heruntergekommenen Army-Depot insgesamt 300 Propagandagemälde aus der NS-Zeit. 40 davon werden, seit sich Historiker und Kriegsveteranen (etwa 100 Besucher jährlich) dafür interessieren, in dem Lagerschuppen zur Schau gestellt: Hitler in Herrscherpose, Heinrich Himmler und andere Nazi-Größen, dazu idealisierte Schlachtenbilder der deutschen Wehrmacht. Die ungerahmten, teils stark beschädigten Nazi-Schinken, die bei Kriegsende in einem Salzbergwerk und in einem Tanzsaal in Österreich konfisziert worden waren, werden von dem Hausmeister Ralph Martinez, 58, bewacht und vorgeführt. Gegen das weitere Austrocknen der Bilder hat er Wasserbehälter aufgestellt, gegen den nächtlichen Ansturm von Ratten legt er regelmäßig Gift aus.

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