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Briefe

SPESENPFLEGE
aus DER SPIEGEL 5/1969

SPESENPFLEGE

(Nr. 49/1968, Sport)

Fußballschiedsrichter tragen sicher ein schweres Los. Gefahrenzulagen wären sicherlich manchmal auch am Platze. Daß solche Zulagen allerdings nicht in Bars und Nachtclubs gewährt werden sollten, ist selbstverständlich. Schon gar nicht, wenn Rechnungen von mehr als 900 Mark für allenfalls fünf Personen entstehen, wie Sie im SPIEGEL behaupten.

Wenn nun wieder einmal der HSV 96 für etwas belastet werden soll, was ihm nicht zur Last gelegt werden kann, nämlich daß er 900 Mark für allenfalls neun Personen ausgegeben haben sollte, so muß dazu noch einmal folgendes klargestellt werden:

Selbst wenn höhere Bezüge satzungsgemäß den Schiedsrichtern zugestanden werden könnten, wird doch wohl die reine Tätigkeit des Schiedsrichters bei einem Betrag von 900 Mark zu hoch eingeschätzt, es sei denn, daß man glaubte, mit solchen Zahlungen Schiedsrichter in ihren Entscheidungen beeinflussen zu können. Für den HSV 96 kann das Präsidium mit gutem Gewissen erklären, daß vor und während des Spiels jede Kontaktaufnahme mit dem Schiedsrichtergespann unterbleibt und vermieden wird. Nach dem Spiel erscheint ein warmes Abendessen für die drei Herren allerdings zu verantworten und zwar allein schon im Sinne der Pflege einer sportlichen Kameradschaft, und wie Sie schreiben, mit Rücksicht auf die relativ geringen Spesensätze der Schiedsrichter.

Gerade »96« hat in der laufenden Bundesligasaison sowohl bei den Spielen in Hannover, wie auch außerhalb, berechtigte Klagen über Schiedsrichterleistungen zu führen, die sich zum Nachteil für »96« auswirkten.

Dies wäre wohl unbegründet, wenn »96« im Sinne der von Ihnen abgedruckten Erklärung tätig geworden wäre. Wir meinen, daß Schiedsrichter unabhängige Persönlichkeiten sind, die nicht durch Bar- und Nachtclubbesuche bestochen werden können; wir sind es uns, aber auch den Schiedsrichtern schuldig, dieses als Erwiderung auf Ihre Stellungnahme einmal deutlich zu sagen,

Hannover HANNOVER 96 e. V. Alfred Strothe 1. Vorsitzender

Christian Oestmann 2. Vorsitzender

Die Redaktion des SPIEGEL behält sich vor, Leserbriefe gekürzt zu veröffentlichen.

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