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Hausmitteilung Titel / Afghanistan / Pandemie

aus DER SPIEGEL 28/2021

Wie zwingend sind Frauenquoten? Wie nötig sind Gendersternchen? Wer darf sich noch äußern, wenn über gesellschaftliche Missstände gestritten wird? Diejenigen, die etwas sagen wollen, oder nur die, die sich benachteiligt fühlen? Die sogenannte Identitätspolitik, vorangetrieben vor allem von Minderheiten und einer jungen Generation mit Gerechtigkeitsagenda, krempelt in Deutschland Kultur, Politik und Universitäten um. Ein Team um SPIEGEL-Redakteurin Eva Thöne beschreibt und analysiert die Bewegung im Titelstück  aus vielen Blickwinkeln, mit zahlreichen Beispielen wie etwa dem Streit an der Uni Kassel, der sich um den Gebrauch des generischen Maskulinums dreht, oder der Situation am Düsseldorfer Schauspielhaus, wo nach einem Rassismusskandal eine Bühne nur für schwarze Darsteller und Darstellerinnen gefordert wird. Ergänzt wird der Titel durch einen Essay  im Kulturteil, geschrieben von Redakteur Sebastian Hammelehle, der sich fragt, was man noch sagen kann – und sollte.

Afghanistan

Eigentlich wollte SPIEGEL-Reporter Christoph Reuter für drei Wochen nach Afghanistan fahren, um den Abzug der Bundeswehr und den langsamen Vormarsch der Taliban zu recherchieren. Doch aus drei Wochen wurden sieben, Reuter ist immer noch im Land . Aus dem zähen Stellungskrieg der Taliban ist ein rasanter Durchmarsch der Radikalen geworden, die in wenigen Tagen ganze Provinzen im Norden unter ihre Kontrolle gebracht haben: »Seit dem Abzug der US-Truppen scheint die Regierung in Kabul in Schockstarre, ängstlich, als wäre sie trotz ihrer Flugzeuge, Waffen und Milliardenhilfen den Taliban unterlegen.«

Foto: Christian Werner / DER SPIEGEL

Alles sei ins Rutschen geraten, sagt Reuter, der unter anderem mit Milizionären sprach, die sich den Taliban entgegenstellen. In Sicherheit sind mittlerweile alle deutschen Soldaten, aber sie kehrten in ein Land zurück, das sich nie wirklich für diesen Krieg interessiert hat und kaum dafür, wie es ist, als Soldat nicht den Frieden zu sichern, sondern zu kämpfen. Reporter Uwe Buse hat Veteranen, Soldaten getroffen , um zu erfahren, wie sie zu ihrem Einsatz stehen und zu ihrem Land, das kaum kümmert, was sie erlebt haben.

Pandemie

Wenn Journalisten Ereignisse der Tagespolitik, gesellschaftliche Prozesse oder unerwartete Dramen verstehen wollen, dann sprechen sie oft mit Menschen, die diese Veränderungen miterleben. Grundlegende Fragen zu einem globalen Drama wie der Pandemie aber lassen sich so allein kaum beantworten, da kann es sinnvoller sein, Daten zu analysieren. SPIEGEL-Redakteurin Christiane Hoffmann und ihr Kollege Holger Dambeck haben das im großen Stil getan, um zu klären, welche Länder  bisher besser und welche schlechter durch die Pandemie kamen. Demokratien oder autoritäre Staaten? Reiche Länder mit hohen Gesundheitsausgaben oder arme mit junger Bevölkerung? Um Antworten zu erhalten, durchforsteten sie große Datenmengen und bereiteten sie auch mithilfe des Grafikkollegen Max Heber auf, um so zu erklären, welche Auswirkungen die Pandemie  weltweit hat und wer oder was für die Unterschiede verantwortlich ist. Und natürlich auch, wie Deutschland sich bislang im internationalen Vergleich geschlagen hat.

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