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Briefe

SPIEGELBILD
aus DER SPIEGEL 10/1966

SPIEGELBILD

»I bin kaa Voyeur«, sagt Helmut Qualtingers Herr Karl. Aber Brügges Schlüssellochguck in die SPIEGEL-Redaktion fand ich gar köstlich.

Berlin

DR. HUGO HARTUNG

Die Kollegen und ich haben uns köstlich amüsiert über Peter Brügges »Über den SPIEGEL«. Wir schaffen bei der »Neuen

Ruhr Zeitung« im Kreis Dinslaken (Lokalredaktion). Für einen alten SPIEGEL-Fan, wie ich es bin, war das ein nettes Geschenk zur Karnevalszeit! In diesem Sinne Helau und Alaaf dem SPIEGEL.

Dinslaken DIETRICH FISCHER

Als langjährige SPIEGEL-Leserin und -Anhängerin hätte mich nichts mehr interessieren können, als einmal einen Blick hinter die SPIEGEL-Redaktionskulisse tun zu dürfen. Daß uns dies durch Peter Brügges brillant-ironische, leider wohl zu ernst genommene Milieuschilderung vergönnt wurde, die uns die Redaktionsatmosphäre des SPIEGEL ja förmlich auf der Zunge schmecken läßt, hat uns alte SPIEGEL-Freunde sicherlich außerordentlich interessiert, amüsiert und zu Vergleichen bei berufseigenen Institutionen angeregt.

Göttingen MARIANNE NERGER-KERTELL

In 15 SPIEGELverbundenen Jahren (vorher leider in russischer Kriegsgefangenschaft) erstmals Aufsatz zweimal gelesen. Ganz herrlich, gratuliere zu Ihrem Ernst Hess alias Peter Brügge. Es ist doch was Schönes um ein wenig aufmunternden Klatsch. Wie gut, daß in der SPIEGEL-Redaktion auch Menschen sitzen. Allerdings, wo Intellekt und Individualität sich häufen, da knistert es - vergleiche viele wissenschaftliche Institute.

Düsseldorf DR. HANS VEHRENBERG

Dank allen Beteiligten für die Selbst -Persiflage. Dieser Ausdruck der Selbstsicherheit ist in unserem Lande rar. Da solcherart die Redaktion über sich selbst zu lachen vermag, ist mein angestauter und gegenwärtiger Unmut über das, was ich für redaktionelle Fehlgriffe halte, zumindest für heute verraucht.

Garmisch-Partenkirchen FRANZ BARTH

Seit ich die Reportage von Peter Brügge gelesen habe, spüre ich Reue. Es quält

mich, daß ich so manches Mal brieflich etwas an Ihren Artikeln auszusetzen hatte. Ich bitte Sie deshalb heute, mir pauschal vergeben zu wollen. Fortan wird es für mich eine wunderbare Fügung des Schicksals sein, daß Sie unter diesen Arbeitsumständen, vom klassenlosen Staat durch eine fortschrittshemmende Glasschwenktür getrennt, überhaupt noch eine relativ lesenswerte Zeitschrift machen können. Und obwohl er es nicht gern hat, beglückwünsche ich Herrn Augstein zu einer Redaktion, die so duldsam dem Zustand der inneren Emigration die besten Seiten abgewinnt.

München WERNER A. FISCHER

Das war die bisher schlimmste Zumutung, die Sie sich leisteten.

Hamburg WERNER NEUHAUS

Selten so gelacht; bravo!

Rheda (Nordrh.-Westf.) KARL WEINMANN

Angesichts dieses durchaus stilechten »Peter Brügge« wirkt der Versuch des »hohen Verfassers« der Hausmitteilung, den Beitrag im Bereich der Possenreißerei anzusiedeln, etwas gequält.

Den SPIEGEL mit Vergnügen zu lesen, ist eine Sache; für ihn zu arbeiten, ganz offensichtlich eine andere.

Oldenburg E. GERKEN

Nun zahlen Sie doch endlich Ihrem Redakteur Peter Brügge alias Hess das gewünschte vierzehnte Gehalt! Für seine SPIEGEL-Story über den SPIEGEL hat er zweifellos sogar ein fünfzehntes verdient. Meine Philologenaugen weinten Freudentränen ob dieses Artikels, der so ganz und gar sprachlichen und inhaltlichen Gerümpels enträt. Am Montagmorgen waren die hinteren Reihen in den Hörsälen der Münsteraner Alma mater voller denn je, und in unregelmäßigen Abständen vernahm man aus dieser Richtung kommendes, individuell gefärbtes, gedämpftes akademisches Gelächter: Die studiosi hielten es für bildender, sich auch über das akademische Viertel hinaus und trotz störenden professoralen Wortschwalls am Brügge-Report zu delektieren.

Münster HANS-PETER KUKLINSKI

Hartung*

* Schriftsteller ("Ich denke oft an Piroschka«, »Wir Wunderkinder").

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