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STASI Spitzel im Biathlon

aus DER SPIEGEL 2/2003

Die medaillenverwöhnten deutschen Biathleten müssen sich erneut mit zwei Stasi-Fällen beschäftigen. Nach Unterlagen aus der Birthler-Behörde hat Hans Hartleb, 51, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Oberhofer Olympia-Stützpunkt, 15 Jahre lang als IMS »Falun« für das Ministerium für Staatssicherheit gespitzelt. Danach unterzeichnete der ehemalige Nordische Kombinierer schon als Sportler am 25. Mai 1974 eine Verpflichtungserklärung. Laut Berichten hat Hartleb als Aktiver und später als Betreuer unter anderem das Privatleben von Kollegen ausgekundschaftet. Ebenso existiert eine handschriftliche Notiz des IMS »Falun« vom 28. Juni 1989 über den Anabolikakonsum im Skisport. Nach den Dokumenten bekam Hartleb für seine Spitzeldienste etliche Geldbeträge als Honorar.

Hartleb, der auch die Olympia-Siegerin Kati Wilhelm betreut, bestreitet gegenüber dem SPIEGEL, sich als Inoffizieller Mitarbeiter der Stasi verpflichtet zu haben. Er will nach Auslandsreisen nur seinem damaligen Arbeitgeber »die üblichen Berichte« geliefert haben. Geld habe er nie bekommen.

Der Deutsche Skiverband (DSV) will zudem den Fall Harald Böse erneut untersuchen. Nach ersten Berichten über die Stasi-Tätigkeit des Biathlon-Bundestrainers (SPIEGEL 51/1995) hatte der DSV dessen Spitzelberichte als belanglos eingeschätzt. Der thüringische Stasi-Beauftragte Jürgen Haschke kam anschließend zu anderen Ergebnissen. Der ehemalige Biathlon-Juniorenweltmeister Andreas Heß berichtete zudem, nach seiner Opferakte sei Böses Tätigkeit als IMS »Horst Sommer« mitverantwortlich für seinen Rausschmiss aus der Nationalmannschaft gewesen.

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