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USA Sportler aus Somalia unerwünscht

aus DER SPIEGEL 23/1995

Ein Spießrutenlauf droht Athleten aus Somalia, die an den Olympischen Sommerspielen 1996 in Atlanta teilnehmen. Grund: Mit 13 : 2 Stimmen hat die Handelskammer des Landkreises Barrow County nordöstlich der Olympiastadt beschlossen, 17 somalischen Sportlern das Übungsgelände zu sperren, auf dem sie trainieren sollten. Entscheidend für die Ausladung seien Kosten in Höhe von 18 000 Dollar, die für Logis und Verpflegung der Gäste entstanden wären, gibt der Direktor der Handelskammer an. In Wirklichkeit jedoch, so zeigen Leserbriefe in der Ortspresse und Eingaben Dutzender von Bürgern, waren Fotos die Ursache der derben Zurückweisung. Sie zeigen die Leiche des amerikanischen Soldaten, der im Oktober 1993 von einem Mob in Mogadischu durch die Straßen geschleift wurde. Die späte Rache im konservativen Umland von Atlanta sei »ein trauriger Kommentar«, meint die US-Delegierte beim Internationalen Olympischen Komitee, Anita De-Frantz. Dem Distrikt Cobb County, der zum Wahlkreis des republikanischen Oppositionschefs Newt Gingrich zählt, war zuvor schon die Austragung der olympischen Volleyballspiele entzogen worden. Grund waren in diesem Fall diskriminierende Verwaltungsvorschriften, die Cobb County gegen Homosexuelle erlassen hatte.

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