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Briefe

SPORTWAGEN
aus DER SPIEGEL 18/1953

SPORTWAGEN

(Nr. 15/53, Automobile)

Selten noch wurde ein Artikel geschrieben, der mit soviel Sachkenntnis und soviel Humor

den Unterschied herausstellt zwischen den Ansprüchen der sogenannten Balzmobilfahrer und der Autofahrer aus Passion.

Leider wird unsere Automobilindustrie hier in Deutschland kaum in der Lage sein, einer verhältnismäßig verschwindend kleinen Zahl von Käufern zuliebe, vom eingeschlagenen Kurs abzuweichen. Und so wird sie ihre Wagen in zunehmendem Maße idiotensicher und komfortabler bauen müssen, denn die Masse der Gebrauchswagenfahrer sieht auch im Ausschalten der allereinfachsten Handgriffe einen Fortschritt. Wir stehen heute in der Entwicklungsstufe der weichen, vollautomatischen Blechwannen und wollen hoffen, daß dies bald überwunden sein wird. Erst dann wird es möglich sein, sportliche Erkenntnisse im Gebrauchswagen zu verwerten.

Freiburg i. Brsg.

Karl Sexauer

Ich freue mich, daß Sie in Ihrem Artikel »Reich mir die Kurbel« eine Lanze für die Leistungen der alten Rennfahrer brechen. Auch war es für mich als sportlichen Langstreckenfahrer eine Genugtuung. Ihre Ansichten über die »Rally Monte Carlo« zu hören. Es ist vollständig richtig, wenn Sie behaupten, daß die Leistungen der Fahrer nicht wichtig sind. Sie sind genau so unwichtig wie auf allen Zielfahrten des ADAC und des AvD, wobei es den meisten Teilnehmern hauptsächlich auf die Plaketten ankommt, um ihre Autos wie Pfingstochsen zu schmücken ...

Nur in einem Punkte gehe ich mit Ihnen nicht einig. Wenn Sie Vergleiche anstellen, müssen diese ehrlich sein, und es ist eine große Ungerechtigkeit, wenn Sie einen Tourenwagen mit einem Sport-Kabriolett vergleichen. Stellen Sie einmal einen sandgrauen

52er Kapitän neben die graugrüne 220er Mercedes-Limeusine. Wenn Ihr Artikelschreiber nun ein bißchen von Autos versteht, muß er zugeben, daß der Opel Kapitän ein moderner Wagen gegenüber dem Mercedes ist ...

Dabei möchte ich ausdrücklich bemerken, daß ich in keiner Weise mit Opel liiert bin, sondern nur um der Gerechtigkeit willen schreibe.

Gießen

Hugo Bernard

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