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Aussiedler Sprachtest vor Ort

aus DER SPIEGEL 22/1996

Bonn will die Spätaussiedler in Osteuropa und den GUS-Ländern drängen, sich vor dem Umzug in die Bundesrepublik intensiver die deutsche Sprache anzueignen. Aussiedler, die über die einfachen gesetzlichen Anforderungen hinausgehende Deutschkenntnisse nachweisen, sollen, so das neue Konzept, »durch ein beschleunigtes Aufnahmeverfahren belohnt werden«.

Wer kein oder nur mangelhaftes Deutsch spricht, muß mindestens ein halbes Jahr lang büffeln, bevor er sich wieder prüfen lassen kann. Zum Zweck der Früherkennung wird zudem künftig verstärkt in den Herkunftsgebieten geprüft. In der ehemaligen Sowjetunion sollen in Kürze 10 »Sprachtestteams« des Kölner Bundesverwaltungsamts mit 20 Prüfern und 10 Übersetzern ihre Arbeit aufnehmen, Ablösung jeweils nach drei Monaten. Veranschlagte Kosten: 2,6 Millionen Mark in 1996 und danach jährlich 14 Millionen Mark. In einem Rundschreiben an die »lieben Deutschen in der GUS« hat der Regierungsbeauftragte Horst Waffenschmidt (CDU) Anfang Mai jene Aussiedler, denen der Test vor Ort erspart bleibt, vor falschen Angaben über ihre Deutschkenntnisse gewarnt: Sie könnten dann »nicht damit rechnen, in Deutschland als Spätaussiedler anerkannt zu werden« und müßten »gegebenenfalls wieder ins Herkunftsgebiet zurückgehen«.

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