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MITTWOCH Spreebogen

20.15 - 21.44 Uhr ARD
aus DER SPIEGEL 4/1995

Wolfgang Menges Satire auf den Regierungsumzug von Bonn nach Berlin (siehe Seite 168). *VORSPANN: 20.40 - 21.40 Uhr Arte *ÜBERSCHRIFT: Das war unser Krieg

1939, kurz vor Kriegsausbruch. Hitler und seine braunen Paladine beim »Tag der Deutschen Kunst« in München. Nackte pompöse Marmorgestalten, ein kitschiger Festzug. Was die Aufnahmen dieser Szenen - Höhepunkt in Michael Kuballs Dokumentation - so unwirklich und schaurig macht, ist die Tatsache, daß sie in Farbe aufgenommen wurden. Ein Münchner Amateur hat sie mit einer 16-Millimeter-Kamera gedreht. Auch sonst bietet dieser knapp kommentierte Bilderbogen von ausschließlich Hobbyfilmen zwischen 1936 und 1940 ein, trotz der Harmlosigkeit der Sujets, beklemmendes Bild der Epoche. *VORSPANN: 22.15 - 23.00 Uhr ZDF *ÜBERSCHRIFT: Kennzeichen D

Themen: Niedergang der Solidarnosc in Polen / Weiterleben der Securitate in Rumänien / Bilanz der Privatisierung in Tschechien / Aufschwung der Seilschaften in Bulgarien / Schattenseiten der Freiheit in Ungarn. *VORSPANN: 23.00 - 1.05 Uhr ARD *ÜBERSCHRIFT: Fellinis »Satyricon«

Der italienische Meisterregisseur Federico Fellini wollte mit dem Dolce vita dreier Vaganten aus dem Reiche Neros den Kinogängern farbige Kunde über heidnische Lebensgefühle bringen. Titel und Drehbuch-Vorlage für seinen ersten historischen Film (1969) fand er beim römischen Chronisten Gajus Petronius Arbiter (gestorben 66 nach Christus): Der MaItre de plaisir Kaiser Neros läßt in seinem Romanfragment »Satiricon« zwei Lustknaben und einen Poeten von sexueller Hemmungslosigkeit und gemeiner Erbschleicherei im Römischen Reich berichten. Fellinis Film wirkt angestrengt, weil er mit jedem Bild auf die Todgeweihtheit der Sinnlichkeit zeigen wollte. *VORSPANN: 23.50 - 1.20 Uhr Vox *ÜBERSCHRIFT: Wer ist Harry Kellerman?

Ja, wer ist dieser Mensch, der die Freundinnen des Pop-Komponisten George Soloway (Dustin Hoffman) anruft, um sie - erfolgreich - vor dessen üblem Charakter zu warnen? Der steinreiche Soloway erfährt es sowenig wie der Zuschauer. Denn dieser Kellerman ist nur ein dramaturgischer Vorwand, der es Regisseur Ulu Grosbard erlaubt, einen Psychiater einzuführen, dem George seine Ängste anvertraut. Eine streckenweise humorvolle Tiefen-Exploration der armen Seele des Reichen (USA 1970).

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