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Briefe

SPRINGER
aus DER SPIEGEL 13/1958

SPRINGER

Sie haben recht. Genau so hat Axel Springer berichtet: Er hat gesehen, wie ein beinloser Krüppel in der Neujahrsnacht sich durch das Brandenburger Tor schob. Das war für ihn der auslösende Anlaß, seine schon lange geplante Moskaureise in Angriff zu nehmen. Springer hat bekannt, daß ihn, für das Bild eines Monopolkapitalisten höchst unziemlich, die Tränen überwältigt haben. Es ging ihm da wie Heinrich Heine, den der Gedanke an Deutschland um den Schlaf brachte. Dem Heine und dem Springer, dem Heinemann und dem Dehler war und ist es nämlich ernst damit ...

Hamburg-Bahrenfeld ERHARD EVERS

Es ist sehr schwierig, einem anderthalbstündigen Vortrag über die gewiß ungewöhnliche Moskau-Reise des Hamburger Zeitungsverlegers Axel Springer mit einer Anekdote gerecht zu werden, zumal im Anschluß an den Vortrag darum gebeten worden war, die von Herrn Springer gegebenen Mitteilungen als intern zu betrachten ... Ich habe den Vortrag Axel Springers jedenfalls so verstanden, daß, wer die Atomkatastrophe unseres Globus vermeiden will, Vorschläge machen und verhandeln muß. Da es auf diesem Gebiet in der Bundesrepublik an Beweglichkeit und Initiative fehlt, was auch Jens Daniel immer wieder im SPIEGEL mit Menschen- und mit Engelszungen tauben Ohren zu predigen sucht, so hat Axel Springer gemeinsam mit Hans Zehrer einen ganz persönlichen Versuch journalistischer Außenpolitik unternommen, wie er in den klassischen Demokratien keineswegs unüblich ist. Das Erlebnis am Brandenburger Tor dürfte in diesem Zusammenhang nur als ein allerletzter Anstoß zu deuten gewesen sein, den nicht zu unterschlagen ich persönlich sehr sympathisch fand. Hamburg

ERICH LÜTH

Vorsitzender

Deutscher Presseklub Hamburg

Axel Springer

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