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VERLAGE Springer contra Holtzbrinck

aus DER SPIEGEL 41/2003

Der Krimi um den Berliner Zeitungsmarkt geht weiter: Die Axel Springer AG will den von Stefan von Holtzbrinck vergangene Woche angekündigten Verkauf des »Tagesspiegels« an seinen Ex-Manager Pierre Gerckens nicht akzeptieren. »Wenn es Holtzbrinck überlassen bleibt, an wen der 'Tagesspiegel' verkauft wird«, heißt es in einem Vermerk der Springer-Kanzlei Hogan & Hartson Raue, könne es »kein ordnungsgemäßes Fusionskontrollverfahren geben«. Die Kartellbehörde solle stattdessen einen unabhängigen »Veräußerungstreuhänder« ernennen, der das Blatt verkaufen soll. Nur so könne »der Strohmann-Verdacht gegen Herrn Gerckens« ausgeschlossen werden, so der Vermerk. Probleme drohen Holtzbrinck, der die »Berliner Zeitung« weiterführen will, auch aus einem anderen Grund: Während in Berlin bislang drei starke Großverlage konkurrierten, würden in Zukunft zwei Konzerne (Springer und Holtzbrinck) und ein Mittelständler (Gerckens) um Marktanteile kämpfen. Für den Springer-nahen Kartellrechtler Franz Jürgen Säcker ist dies eine »Verschlechterung der Wettbewerbsbedingungen« und damit ein Verstoß gegen § 19 Abs. 3 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen. Pierre Gerckens wehrt sich unterdessen gegen einen Bericht der Springer-Zeitung »Berliner Morgenpost« ("Die Strohmann-Lösung"): Diese habe sich »ungeprüft« eine »bösartige Unterstellung zu eigen gemacht, wonach mein Handeln fremdbestimmt sei«, schreibt er in einem Brief an den »Morgenpost«-Herausgeber Dieter Stolte. Er fühle sich »persönlich diskreditiert«.

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