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VERLAGE Springer droht

aus DER SPIEGEL 17/2003

Im Streit um den Zusammenschluss des Berliner »Tagesspiegel« (Holtzbrinck) mit der »Berliner Zeitung« (vormals Gruner + Jahr) droht Mathias Döpfner, Vorstandschef des konkurrierenden Axel Springer Verlags, mit massiven Konsequenzen: Sollte Wirtschaftsminister Wolfgang Clement die Fusion erlauben, schreibt Döpfner in einem Brief an Clement, hätte dies »zwingend zur Folge, dass Axel Springer die 'Welt' einstellen müsste«; die »Berliner Morgenpost« würde »mittelfristig« vom Markt verschwinden. Die enge Kooperation der beiden Springer-Blätter, die Döpfner selbst vor über einem Jahr eingeleitet hatte, beurteilt er in dem Schreiben sehr pessimistisch. Nur »bis zu einem gewissen Grade« sei es gelungen, »die rückläufige Ergebnisentwicklung beider Objekte zu stabilisieren«. Eine Ministererlaubnis für den Zusammenschluss der Konkurrenz, heißt es in dem Brief, würde diese »Stabilisierungsbemühungen endgültig zunichte machen«. Ein »weiteres Ansteigen des 'Welt'-Defizits« könne sein Verlag nicht mehr verantworten. Die Verluste der Zeitung lägen »bei einem Vielfachen« dessen, was Holtzbrinck mit dem »Tagesspiegel« verliere. Springers konservatives Presse-Flaggschiff hatte im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr über zehn Prozent Auflage verloren, die Anzeigenumfänge (ohne Rubriken) schrumpften um rund sechs Prozent. Schon im Januar hatte Holtzbrinck seinerseits mit der Einstellung des »Tagesspiegel« gedroht, sollte Clement die Ministererlaubnis nicht erteilen.

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